Rezension || Fix Her Up – Tessa Bailey

Ich bin jemand, der eigentlich gar nicht mal so hohe Ansprüche an RomCom Bücher stellt – denn das einzige, was ich mir von dieser Geschichte erwartet habe, ist, dass sie mich gut unterhält. Ich möchte nicht mit problematischen Inhalten überfallen werden, sondern für ein paar Stunden abschalten und mich gut fühlen können. 

… nun ja, in der Hinsicht war »Fix Her Up« ein totaler Reinfall. Hätte ich mir bei dem Titel – und vor allem dem Reihentitel Hot & Hammered, den ich erst später entdeckt habe – denken können. Aber ehrlich? Ich versuche nicht zu viel auf Titel und Cover zu geben und der Klappentext klang eigentlich echt in Ordnung. Zumindest nicht nach etwas, dem ich nach dem Lesen den Stempel Schlechtestes Buch des Jahres 2019 aufdrücken muss. 

Ich weiß, ich wollte eigentlich weniger Bücher rezensieren, die mir nicht so gut gefielen und mich mehr auf die tolle Geschichten konzentrieren, die ich konsumiere, aber das hier ist eines der schlechtesten Bücher, das ich seit langem gelesen habe und das was ich dazu zu sagen habe muss jetzt einfach raus:

In »Fix Her Up« geht es um Georgie und Travis. Georgie ist die kleine Schwester von Travis’ besten Freund und deshalb Tabu für ihn. Was aber eigentlich vollkommen egal ist, denn er sieht in Georgie ohnehin immer noch ein Kind – zumindest bis sie ihm den Arschtritt verpasst, den er dringend nötig hat, damit er sein Leben wieder in den Griff kriegt. Travis weiß nämlich aufgrund einer Sportverletzung nichts mit seinem Leben anzufangen, wenn er nicht professionell Baseball spielen kann. Georgie wiederum war schon immer in Travis verknallt und auch wenn sie weiß, dass er sie eher als kleine Schwester sieht, kommt sie nicht dagegen an seine Nähe zu suchen. 

Klingt das nach typischen Bestandteilen von Romance Büchern, die man schon hundert Mal gelesen hat? Ja. Hätte mich aber ehrlich nicht gestört, denn ich habe nichts gegen diese typischen Konstellationen, die man eigentlich schon kennt, wenn sie denn gut umgesetzt sind. Und das sind sie hier eben nicht. Leider. 

Die ersten Kapitel waren noch ganz okay, ich mochte Georgie grundsätzlich als Erzählerin zunächst. Sie war witzig und sympathisch und irgendwie liebenswert. Travis konnte ich nicht ganz so viel abgewinnen, weil er sich von Anfang an wie ein Arschloch gegenüber so ziemlich jedem verhalten hat, aber irgendwie hoffte ich, dass das nur damit zusammenhängen würde, dass er gerade eine schwere Zeit durchmacht, aber tatsächlich wurde Travis mir auch im Laufe der Geschichte nicht sympathischer. Eher im Gegenteil. Ich konnte ihn einfach nicht leiden. Das liegt wie gesagt zum einen daran, dass er oft einfach verdammt unhöflich zu seinen Mitmenschen ist und das ohne Grund. Aber vor allem wie er sich gegenüber Georgie verhält hat mich gestört. 

Travis ist ein Klischee auf zwei Beinen. Wieder: Nicht schlimm, wenn gut umgesetzt, aber… nein. Einfach… nein. Ich fand es einfach absolut unmöglich, wie Travis sich Georgie gegenüber verhalten hat. Sie meint es nur gut mit ihm – und ist dabei für meinen Geschmack zugegebenermaßen manchmal fast etwas aufdringlich – und er verhält sich ihr gegenüber echt ätzend. Was Georgie ironischerweise nicht so sieht. Um ein paar Beispiele zu nennen: Travis und Georgie haben einen Termin ausgemacht, damit er ihren Kamin vermessen kann. Er versetzt sie und entschuldigt sich nicht mal, sondern denkt sich, dass sie die Tage schon zu ihm kommen wird. Was nicht passiert, woraufhin er zu ihr fährt und feststellt, dass sie einen Handwerker zu Besuch hat. Prompt wird er eifersüchtig – obwohl er ungefähr zweihundert Mal gesagt hat, dass er kein Interesse an Georgie hat – und versucht den anderen Mann mit unhöflichem Veralten zu vertreiben, was Georgie sich immerhin nicht bieten lässt, aber trotzdem. Außerdem fühlt Travis sich jetzt ungerecht behandelt, weil er den Kamin nicht vermessen darf und wie soll er sich sonst bei Georgie dafür erkenntlich zeigen, dass sie so nett zu ihm ist? Ich meine, im Gegenzug auch einfach nett zu ihr zu sein wäre ja zu einfach, nicht wahr? Etwas später sabotiert Travis dann ein Date, das Georgie hat, weil er nicht möchte, dass sie mit jemand anderem ausgeht, obwohl er wie gesagt ja anscheinend kein Interesse an ihr hat. Sauer aufgestoßen ist mir in der Hinsicht auch, dass Travis Georgie erst nicht mehr als Kind wahrnimmt, als sie sich anders anzieht. Andere Frisur, neue Klamotten und zack, ist er hin und weg von ihr. 

Wir halten also fest, einer der Erzähler ist schon einmal eine Vollkatastrophe. Georgie fand ich wie gesagt angenehmer, aber ihr größtes Manko ist eben, dass sie sich von Travis vollkommen um den kleinen Finger wickeln lässt und gar nicht sieht wie falsch das was er tut eigentlich ist. Stattdessen wird gefühlt alles romantisiert. Ich meine, ja, gerade später im Buch gab es ein oder zwei Momente, wo er mal was richtig gemacht hat, aber sonst? Fehlanzeige. 

Eigentlich lässt sich grob sagen, dass ich Georgie an sich mochte, solange Travis nicht da war. Es gab ein paar Szenen mit ihrer Schwester und einer Freundin, von der ich gerne mehr gesehen hätte. Die drei haben sich nämlich zusammengetan und eine Art kleinen Club gegründet mit dem Ziel herauszubekommen was sie im Leben eigentlich wollen und wie sie sich dabei am besten unterstützen können. Das ist etwas, über das ich total gerne gelesen habe, aber dieser Teil der Story kam leider viel, viel zu kurz, was ich richtig schade fand. 

Stattdessen wurde ein Großteil des Buches darauf verschwendet, dass Georgie und Travis darüber nachdenken, wie sehr sie sich doch zueinander hingezogen fühlen. Das nervigste dabei ist, dass ihnen eigentlich nichts im Weg steht, außer einer Konversation. Die aber nie gehalten wird. Stattdessen wird umeinander herum getänzelt und so getan, als wäre das alles nur körperliche Anziehung und bla bla bla, obwohl man aus beiden Sichten liest, dass sie eigentlich mehr empfinden. Wenn ich für etwas kein Verständnis habe, dann für Figuren, die zu unfähig sind sich einmal ernsthaft zu unterhalten und stattdessen glauben zu wissen was der andere denkt. 

Und wo wir gerade schon bei Worten sind: Ich war kein großer Fan des Schreibstils. So gar nicht. Am schlimmsten waren die Szenen, in denen es bei Travis und Georgie zur Sache ging, denn oh man, ich habe noch nie etwas gelesen, das so… so… seltsam war? Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Nicht nur, dass es bei Georgie und Travis gefühlt ohnehin nur um Sex geht, diese Szenen zu lesen war einfach super awkward. Das lag denke ich vor allem an der Wortwahl, die… gewöhnungsbedürftig war? Ich habe jedenfalls nicht vor jemals wieder zu einem Buch der Autorin zu greifen, wenn sie immer so schreibt, weil, nein danke. Die Lebenszeit kriege ich ja nie wieder. 

Apropos Lebenszeit, die ich nicht wiederkriege: Dieses Buch war viel zu lang. Zumindest für die wenige Handlung, die man hier präsentiert bekommt. Meiner Meinung nach hätte das Buch rund hundert Seiten kürzer sein können und mir hätte inhaltlich quasi nichts gefehlt. Außerdem empfand ich das Buch nicht als sonderlich spannend. Es gab keinen wirklichen Konflikt, denn man wusste von vornherein, dass Travis schlussendlich sein Playboy Dasein aufgegeben und sich auf Georgie einlassen wird. Und das ist ja irgendwie auch gut so, aber ein bisschen möchte ich mit den beiden dann doch mitfiebern und das konnte ich hier einfach nicht, weil ich das ganze Buch einfach so verdammt doof fand.

Lasst die Finger von »Fix Her Up«. Tut euch das einfach nicht an. Es gibt Romance Bücher die sind trashig und das ist okay und da kann ich drüber lachen, aber das hier war einfach nur problematisch. Eine Schande, dass sowas 2019 überhaupt noch veröffentlicht wird, denn es liest sich eher wie von vor ein paar Jahren. Ich dachte eigentlich der Buchmarkt wäre da schon weiter, aber so kann man sich irren. Wie gesagt wird »Fix Her Up« jedenfalls mein letztes Buch von Tessa Bailey gewesen sein und das ist auch gut so. Das hier war definitiv das schlechteste Buch, das ich 2019 bisher gelesen habe. Hätte ich es mal ein paar Tage früher gelesen, dann hätte ich es in meinen Mid Year Book Freak Out Tag einbauen können.  


Autor/in: Tessa Bailey
Seiten: 397
Verlag: Avon
Sprache: Englisch
Reihe: Hot & Hammered #1
Wertung: 1 Stern

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