Kurzrezensionen || Liebe, Liebe und noch mehr Liebe

Kennt ihr diese Bücher, die ihr zwar mochtet, aber über die ihr einfach nicht sonderlich viel zu sagen habt? Aus welchem Grund auch immer? Um die soll es heute nämlich gehen. Obwohl traumrealistin hauptsächlich Literatur gewidmet ist habe ich manchmal das Gefühl, dass ich über so viele Bücher die ich lese gar nicht spreche. Von daher dachte ich es wäre ganz gut in regelmäßigen Abständen ein paar Bücher vorzustellen, die ich mochte und die ich nicht unter den Tisch fallen lassen möchte, nur weil ich zu wenig für eine Rezension zu sagen habe. Das letzte Mal Kurzrezensionen ist gefühlt schon eine Weile her, weshalb ich auch ein paar der Bücher bereits vor ein paar Monaten gelesen habe, aber besser spät als nie, nicht wahr? Also, fangen wir an:


All your Perfects – Colleen Hoover

Hatte ich Colleen Hoovers Romance Büchern eigentlich abgeschworen? Ja. Habe ich offensichtlich dennoch zu ihrem neuesten Werk gegriffen? Ebenfalls ja. Und ich habe es nicht bereut, eher im Gegenteil, denn »All your Perfects« erzählt genau die Art von Liebesgeschichte, die ich mittlerweile am liebsten lese. Erzählt wird die Geschichte von Quinn und Graham und zwar auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Zum einen begleitet man die beiden dabei wie sie sich kennenlernen und ineinander verlieben und zum anderen sieht man wie es den beiden nach sieben Jahren Ehe geht, wo nicht mehr alles so rosarot ist und sie um ihre Ehe kämpfen müssen.

Die Vergangenheitskapitel waren ganz nett und typisch Colleen Hoover, es gab ein paar Szenen, die etwas weird waren, aber insgesamt brauchte man diese Kapitel irgendwie auch, denn ansonsten wäre das ganze Buch sehr, sehr schwermütig gewesen und so hatte man immer glückliche Ereignisse in der Vergangenheit und nicht so schöne in der Gegenwart.

Nichtsdestotrotz waren es gerade die 7 Jahre später Kapitel, die mich total mitgerissen haben. Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal so geweint habe bei einem Buch, das Ende war unglaublich emotional durch das Thema, das die Autorin verarbeitet und über das ich in einem Romance Buch bisher noch nicht gelesen habe. Colleen Hoover drückt mit ihrem Schreibstil bei mir einfach die richtigen Knöpfe und schafft es, dass ich sehr emotional werde. »All your Perfects« ist neben »It Ends With Us« jetzt auf jeden Fall eines meiner liebsten Bücher der Autorin geworden, denn es war herrlich erfrischend mal über ein Pärchen zu lesen, das um seine Beziehung kämpfen muss und nicht immer nur über welche, die sich gerade erst kennenlernen. Ich habe jedenfalls richtig mit Quinn und Graham mitgefiebert und gelitten und trotz einiger Kritikpunkte, die ich doch habe, ist es definitiv auch eine der besten Liebesgeschichten die ich seit langem gelesen habe.


Autor/in: Colleen Hoover
Seiten: 320
Verlag: Atria Books
Sprache: Englisch
Reihe: –
Wertung: 4 Sterne


Hold Me Close – Julianna Keyes

Vielen Dank an Netgalley und den LYX Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

»Hold Me Close« wollte ich eigentlich nur lesen, weil es eines meiner liebsten Romance Tropes beinhaltet, nämlich beste Freunde die sich ineinander verlieben. Was ich daran so mag? Kann ich gar nicht so genau sagen, aber ich lese – wenn es denn richtig gemacht ist – solche Geschichten unglaublich gerne. Ich mag es, wenn Charaktere sich schon kennen und nicht erst kennenlernen und schlagartig verlieben. Außerdem interessant fand ich, dass »Hold Me Close« ausschließlich aus der Sicht des männlichen Protagonisten geschrieben ist, was man im Romance Bereich auch sehr selten hat.

In »Hold Me Close« geht es um Andi und Kellan, die schon immer gut miteinander befreundet waren, einen Sommer die Grenze der Freundschaft überschreiten und sich anschließend auseinander leben, weil es beide nach der Schule an unterschiedliche Orte verschlägt. Als sie aber dann doch ein Jahr später am selben College studieren werden die beiden wieder mit ihrer Vergangenheit und ihren Gefühlen konfrontiert.

Klingt erstmal ganz gut, oder? Fand ich zumindest. Allerdings wurde ich dann trotzdem enttäuscht. Denn so gerne ich den Aufhänger der Geschichte im Prinzip auch mochte, so sehr hasse ich es, wenn Charaktere einfach nicht vernünftig miteinander reden können. Andi und Kellan reden konstant aneinander vorbei und haben wirklich ein massives Kommunikationsproblem. Ich war gering genervt, das Buch hätte nämlich etliche Seiten kürzer sein können, wenn die beiden einfach mal miteinander gesprochen hätten. Dazu kommt, dass ich Kellan als Erzähler recht unsympathisch fand, er war ganz schön oft ein Arsch, obwohl er versucht es nicht zu sein, was aber nicht klappt und argh. Das war frustrierend. Und da man nur aus Kellans Sicht liest, der Andi so null versteht, hatte ich als Leser auch kaum Verständnis für ihren Charakter. Die Chemie zwischen den beiden hat irgendwie einfach nicht gestimmt.


Autor/in: Julianna Keyes
Seiten: 300
Verlag: LYX digital
Originaltitel: Undeclared
Reihe: Burnham College #2
Wertung: 2,5 Sterne


Save the Date – Morgan Matson

Morgan Matson ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen, wenn es um Sommerbücher geht. Bisher mochte ich eigentlich jeder ihrer Bücher sehr gerne, auch wenn »Amy on the Summer Road« mein ungeschlagener Favorit ist, auch nach der Lesen von »Save the Date«.

Wenn man mehrere Bücher der Autorin gelesen hat, dann stellt man fest, dass irgendwann alle anfangen nach einem ähnlichen Muster abzulaufen. Es gibt ähnliche Familien- oder Freundekonstellationen, die Handlung ist meist recht vorhersehbar und typisch für das Genre, aber die Charaktere und die sommerliche Stimmung, die die Bücher vermitteln, machen das wieder wett. »Save the Date« war da keine Ausnahme. Ich mochte das Buch wirklich, wirklich gerne, vor allem, weil es sich auf das Thema Familie fokussiert und eine Liebesgeschichte eher am Rande angedeutet wird.

»Save the Date« dreht sich um die Grants, eine Großfamilie. Erzählerin ist Charlie, das jüngste Kind und diejenige, die es am meisten trifft, dass ihre Eltern das Haus verkaufen wollen. Deshalb hat sie sich vorgenommen, dass die Hochzeit ihrer Schwester Linnie absolut perfekt werden muss, denn schließlich wird das das letzte Mal sein, dass die ganze Familie gemeinsam Erinnerungen in diesem Haus schaffen kann. Nur, dass dann natürlich alles schief geht, wie sollte es anders sein.

Von der Handlung her ist das Buch eigentlich wirklich nichts Besonderes. Die Probleme, die im Zuge der Hochzeit auftreten sind allesamt recht vorhersehbar und wenig überraschend, deshalb aber nicht weniger spaßig zu lesen. Vor allem war es aber Charlies Familie, die ich großartig fand und die so viel rausgerissen haben. Die Grants sind einfach unfassbar charmant und sympathisch. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht die Familiendynamik zu beobachten und auch, wenn gegen Ende alles eine etwas andere Richtung genommen hat, so konnte man doch nicht anders als alle ins Herz zu schließen.


Autor/in: Morgan Matson
Seiten: 417
Verlag: Simon & Schuster Childrens Books
Sprache: Englisch
Reihe: –
Wertung: 4 Sterne


Jeder von uns ist ein Rätsel – A. J. Steiger

Vielen Dank an Netgalley und den Carlsen Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht mal so genau was mich in »Jeder von uns ist ein Rätsel« eigentlich alles erwarten würde. Der Titel hat mich angesprochen, den Klappentext habe ich nur überflogen und als ich das Buch dann auf dem Kindle hatte, habe ich es innerhalb kürzester Zeit verschlungen – und ich weiß beinahe nichts mehr davon. »Jeder von uns ist ein Rätsel« ist für mich eines dieser Bücher, dessen Inhalt mein Kopf praktisch gelöscht hat, sobald ich die letzte Seite umgeblättert hatte. Woran das liegt weiß ich ehrlich gesagt nicht, denn mir hat die Geschichte beim Lesen ziemlich gut gefallen – es ist halt nur leider keine Geschichte, die mich darüber hinaus beschäftigt hat, sondern war eher etwas für zwischendurch, trotz der Themen lockere und teilweise witzige Unterhaltung.

Im Mittelpunkt von »Jeder von uns ist ein Rätsel« steht Alvie, die Autistin ist und gerne vorzeitig für volljährig erklärt werden möchte, damit sie sich nicht länger mit ihrem Sozialarbeiter herumschlagen muss, Familie hat sie nämlich keine mehr, dafür aber eine Wohnung und einen Job, auch, wenn ihr der Alltag manchmal schwer fällt. Um vor Gericht möglichst gut dazustehen nimmt Alvie sich den Tipp ihres Sozialarbeiters zu Herzen und versucht Freunde zu finden. So lernt sie Stanley kennen, der einer der wenigen ist, der hinter Alvies Diagnose schaut und sie kennen und lieben lernt.

Denn das ist dieses Buch hauptsächlich: Eine Liebesgeschichte. So kam es mir zumindest vor. Sonderlich viel Handlung gibt es nicht, was aber auch gar nicht schlimm war, denn die Beziehung zwischen Stanley und Alvie ist irgendwie zuckersüß und außerdem fand ich Situationskomik teilweise absolut herrlich. Alvie und Stanley haben beide ihre Päckchen zu tragen und ich kenne mich mit Autismus nicht so aus, habe aber in anderen Rezensionen gelesen, dass Betroffene fanden das Thema wäre gut und treffend dargestellt worden. Es fand es gleichermaßen spannend wie bedrückend in Alvies Kopf zu stecken. Ich weiß nicht genau wie ich es erklären soll, aber wenn ich ein Wort finden müsste, mit dem ich das Buch beschreiben sollte, dann wäre es »ehrlich«. Ich hatte das Gefühl hier wurde nichts großartig beschönigt oder verzerrt, sondern irgendwie ehrlich dargestellt und das gefiel mir beim Lesen sehr gut.


Autor/in: A. J. Steiger
Seiten: 400
Verlag: Carlsen
Originaltitel: When My Heart Joins the Thousand
Reihe: –
Wertung: 4 Sterne


Invisible Ghosts – Robyn Schneider

»Invisible Ghosts« war eines dieser Hörbücher, das ich innerhalb kürzester Zeit durchgesuchtet habe, einfach weil es so gut war. Der Titel ist hier Programm, denn Roses bester Freund ist ihr toter Bruder Logan, beziehungsweise halt sein Geist. Logan steckt in dieser Form fest, wird nicht älter wird und entwickelt sich nicht weiter, während Rose genau dies tut, insbesondere als ihr Kindheitsfreund Jamie wieder in die Stadt zieht und sie daran erinnert, dass es noch ein Leben abgesehen von Logan gibt.

Mir gefiel der Konflikt in diesem Buch einfach wahnsinnig gut. Einerseits ist Rose sehr dankbar und froh darüber, dass sie Logan immer noch sehen, mit ihm sprechen und Filme gucken kann, andererseits schränkt er sie auch enorm ein und ist sehr fordernd. Rose steckt dementsprechend in einem richtigen Dilemma – verbringt sie Zeit mit Jamie und lebt ihr eigenes Leben oder igelt sie sich zuhause ein, damit sie bei Logan sein kann? Die Entscheidung ist eigentlich logisch und naheliegend, aber Rose auf dem Weg dahin zu begleiten war spannend und mir gefiel einfach die Kombination aus typischem YA Contemporary Roman mit einer süßen Liebesgeschichte und dem übernatürlichen Element in Form von Geistern, sowie die Message des Buches sehr gut – deshalb sind auch gleich die weiteren Werke der Autorin auf meine Wunschliste gewandert, in der Hoffnung, dass mir diese ebenso gut gefallen werden wie »Invisible Ghosts«.


Autor/in: Robyn Schneider
Seiten: 320
Verlag: Katherine Tegen Books
Sprache: Englisch
Reihe: –
Wertung: 4 Sterne


3 thoughts on “Kurzrezensionen || Liebe, Liebe und noch mehr Liebe

    1. Kann ja auch nicht jeder die gleichen Genres mögen 🙂 Und All Your Perfects kann ich wirklich nur empfehlen, Colleen Hoover hat mit dem Buch großartige Arbeit geleistet.

      Alles Liebe,
      Katharina

  1. Von den von dir vorgestellten Büchern sagt mir nur „All your perfects“ etwas, weil ich einfach ein riesiger Colleen Hoover Fan bin. Zwar habe ich selbst das Buch noch nicht gelesen, da die deutsche Übersetzung noch ein Weilchen auf sich warten lässt, aber ich freue mich schon sehr auf das Buch!

    Die anderen Bücher werde ich mir gleich eins nach dem anderen näher anschauen. Ganz viel Liebe in Buchform im Haus zu haben kann schließlich nie schaden!

    Ganz liebe Grüße,
    Maike

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