4 Sterne, Fantasy, Jessica Leake, Rezension, Young Adult

[Rezension] Beyond A Darkened Shore – Jessica Leake

Beyond A Darkened Shore ist eines der Bücher, auf das ich ohne die Fairyloot Box vermutlich nie aufmerksam geworden wäre, denn bevor ich es beim Auspacken der April Box in den Händen gehalten hatte, hatte ich ehrlich gesagt noch gar nichts davon gehört. Allerdings hat der Klappentext mich total angesprochen, weswegen ich das Buch dann doch zeitnah zur Hand genommen habe.

 

Ciara ist die Prinzessin von Mide und eine gefürchtete Kriegerin, was vor allem ihrer Gabe zuzuschreiben ist, die es ihr erlaubt in die Köpfe anderer Menschen einzudringen und sie zu kontrollieren. Als ihr Königreich von Nordmännern angegriffen wird trifft Ciara jedoch auf Leif – bisher der Einzige, in dessen Kopf sie nicht eindringen kann. Kurzer Hand nimmt sie ihn gefangen, um herauszufinden, was dahinter steckt. Nur, dass dann plötzlich alles ganz anders kommt als geplant und Ciara sich in einer Situation wiederfindet, in der sie sich nicht sicher sein kann, wer Freund und wer Feind ist und auf wessen Seite sie in dem Krieg, der unweigerlich auf sie zukommt, stehen will. 

 

Der Einstieg in die Geschichte fiel sehr leicht, sie beginnt actionreich und spannend, aber das war es wenn ich ehrlich bin gar nicht, was mich an dem Buch zunächst begeistert und gefesselt hat. Viel mehr hat mich das Setting beeindruckt. Beyond A Darkened Shore spielt um 1035 in Irland und das hat mich von der Stimmung her an die Serien Vikings und The Last Kingdom erinnert (von denen ich zugeben jeweils nur ein paar Folgen gesehen habe, aber die Vibes waren trotzdem da).

Die ersten Kapitel sind einfach nur so dahin geflogen und bevor ich wusste wie mir geschah steckte ich mitten in diesem historischen Fantasyroman drinnen und konnte ihn nicht aus der Hand legen. Das historische Setting zusammen mit der irischen und nordischen Mythologie hat mir einfach wahnsinnig gut gefallen.

Sowohl Ciara als auch Leif haben mir als Charakter grundsätzlich zwar gefallen, aber irgendwie hat es mit den beiden auch nicht so wirklich Klick gemacht. Bei Leif lag es vor allem daran, dass er sich immer wieder Ciara gegenüber wie der große, starke Mann verhält, der sie beschützen muss, obwohl sie bereits deutlich gemacht hat, dass sie gut selber auf sich aufpassen kann. Dieses zum Teil auch nur unterschwellige Gefühl, dass Mädchen schwach sind und sich nicht selbst verteidigen können hat mich gerade zu Beginn ziemlich gestört. Vor allem als Ciara sich einen Moment aussucht um Leifs (zugegeben berechtigte, wenn auch überheblich vorgebrachte) Warnungen in den Wind zu schießen, in dem der gesunde Menschenverstand einem eigentlich sagt, dass es sinnvoll wäre sich nicht in diese Situation zu manövrieren, auch, wenn es einem gegen den Strich geht.

Wie so gut kein Jugendbuch kam auch dieses hier nicht ohne Liebesgeschichte aus und ich muss sagen, dass Ciara und Leif mich in der Hinsicht einfach nicht mitgerissen haben. Die beiden haben dafür, dass sie eigentlich Feinde sind – ein Thema, das immer wieder zwischen den beiden aufkommt -, ziemlich schnell zueinander gefunden, obwohl sie gerade mal ein paar Tage kennen und sich zu Beginn wie gesagt nicht einmal freundschaftlich gegenüber standen. Die Verbindung zwischen den beiden hat sich für mich einfach etwas gezwungen angefühlt und ich finde, dass das Buch auch gut ohne diese Liebesgeschichte ausgekommen wäre, wenn ich ehrlich bin.

Was an Beyond a Darkened Shore, das mit seinen knapp vierhundertfünfzig Seiten keinesfalls kurz ist, überraschend war, ist, dass es mir aber dennoch am Ende zu kurz vorkam. Der Mittelteil hat sich nicht gezogen, ich wurde rundherum gut unterhalten von dieser Geschichte und dennoch hatte ich das Gefühl, dass das Finale zu schnell abgehandelt wurde. Einen Großteil des Romans fiebert man auf das Ende hin, möchte wissen, wie die Autorin die Handlung auflöst und dann passiert der große Kampf auf… keine Ahnung, ein paar Seiten? Länger kam es mir jedenfalls nicht vor. Das, worauf sich rund vierhundert Seiten vorbereitet wird passiert einfach ohne großes Aufheben, der Kampf geht von statten und irgendwie… hat es mich nicht so wirklich gejuckt? Was echt schade ist, weil die Geschichte an sich so viele Elemente enthält, die mir gefallen haben, aber gleichzeitig war Einiges sehr vorhersehbar und hat für Konflikte gesorgt, die mich nicht mitreißen konnten, eben weil sie so absehbar waren. Ich habe mich bei dem Ende beinahe betrogen gefühlt. Ich kann gezwungene Happy Ends mittlerweile einfach nicht mehr sehen, ich möchte, dass die Charaktere leiden, damit ich mit ihnen zusammen leiden kann, aber wenn einem von Anfang an klar ist, dass die Autorin sich irgendein Hintertürchen offen lässt um Charakter XY nicht sterben zu lassen, dann macht das verdammt nochmal einfach keinen Spaß.

 

Fazit? 

Beyond A Darkened Shore beeindruckte vor allem durch sein historisches Setting und die mythologischen Aspekte und allein dafür liebe ich das Buch ein bisschen und möchte viel mehr von so etwas. Dafür konnten mich weder die Charaktere sonderlich für sich gewinnen, noch das Ende überzeugen. Nichtsdestotrotz ist bis auf die letzten Seiten der Rest des Buches sehr solide und ich hatte bis auf ein paar kleine Ausnahmen wirklich Spaß dabei Ciara und Leif bei ihrem Abenteuer zu begleiten.

 

Autor/in: Jessica Leake // Seiten: 448 // Erscheinungsdatum: 10. April 2018 // Sprache: Englisch // Reihe: – // Wertung: 3,5 Sterne 

2 thoughts on “[Rezension] Beyond A Darkened Shore – Jessica Leake

  1. Hey!
    Schade, dass die Charaktere dich nicht für sich gewinnen konnte.
    Und ein enttäuschendes Ende ist auch nicht so toll.

    Das Buch wartet noch auf mich, mal schauen wann ich es lese.
    Und eben, durch die FairyLoot bekommt man ja häufig Bücher, auf die man so sonst gar nicht gestoßen wäre.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    1. Hallo Nicci,
      es ist nicht so, dass ich die Charaktere nicht mochte, nur eben als Paar irgendwie nicht so gerne, einzeln waren sie schon in Ordnung 🙂
      Enden stehe ich mittlerweile sowieso ziemlich kritisch gegenüber, weil ich vorhersehbare Happy Ends einfach so langweilig finde im Moment, gerade bei Fantasy, das hat mich einfach nicht geflasht 😀
      Dann wünsche ich dir viel Spaß mit dem Buch! 🙂

      Liebe Grüße,
      Katharina

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