[Rezension] They Both Die at the End – Adam Silvera

Worum geht’s?

Mateo und Rufus haben eigentlich nichts gemeinsam, wenn man einmal von der Tatsache absieht, dass beide kurz nach Mitternacht einen Anruf von Death-Cast erhalten haben, was heißt, dass sie nur noch höchstens vierundzwanzig Stunden zu leben haben. Während Mateo tausend Arten durch den Kopf gehen, wie er sterben könnte und er sich kaum traut sein Apartment zu verlassen, läuft Rufus‘ Tag gehörig schief, woran er zugegeben nicht ganz unschuldig ist. Dennoch möchte er das Beste aus seinem letzten Tag machen – was er nicht will, ist diesen Tag alleine zu verbringen. Über die Last-Friend-App lernt er Mateo kennen und die beiden beschließen ihren letzten Tag gemeinsam zu verbringen, sich gegenseitig herauszufordern und so viel vom Leben mitzunehmen wie möglich.

Meine Meinung.

They Both Die at the End stand lange auf meiner Wunschliste, war letztendlich allerdings ein ziemlicher Spontankauf und ein Buch, das ich diesen Monat gar nicht eingeplant hatte – als ich es dann allerdings erst einmal in den Händen hielt, konnte ich es irgendwie einfach nicht nicht lesen.
Mateo und Rufus leben in einer Welt, in der jeder, der stirbt, einen Anruf erhält, nachdem er noch maximal vierundzwanzig Stunden zu leben hat. Woher Death-Cast kommt und wie es funktioniert, also woher gewusst wird, wann jemand stirbt, wird im Buch nicht weiter thematisiert. Das fand ich in Ordnung, denn darum ging es in They Both Die at the End auch gar nicht, auch, wenn mich diese Dinge furchtbar interessiert hätten. Trotzdem reicht schon das System von Death-Cast an sich aus, damit man ein wenig ins Grübeln gerät. Ist es wirklich schöner vorher zu wissen, wann man stirbt, oder ist es besser unwissend zu sein? Beides hat Vor- und Nachteile und ich war beim Lesen immer wieder hin und her gerissen, gleichzeitig aber sehr fasziniert von der Welt, in der Mateo und Rufus leben.
Während ich Mateo mit seiner zurückhaltenden Art gleich zu Beginn ins Herz geschlossen habe, so habe ich bei Rufus ein paar Seiten länger gebraucht, denn gleich in seiner ersten Szene wird er nicht gerade von der besten Seite präsentiert, aber nach und nach lernte ich auch Rufus zu schätzen und besonders die beiden zusammen und ihre Freundschaft haben mir richtig gut gefallen. Mateo und Rufus haben von Anfang an gut zusammen funktioniert, einander unterstützt und herausgefordert. Besonders schön fand ich, wie subtil die Liebesgeschichte war, vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass das Buch ja nur innerhalb eines einzigen Tages spielt.
Ebenfalls spannend war, dass die Geschichte hauptsächlich zwar aus Mateos und Rufus‘ Sicht erzählt wird, aber auch immer wieder Nebencharaktere zu Wort kommen. Einige kennen die Protagonisten, von anderen erfährt man die Rolle erst später und gegen Ende verbindet sich alles zu einem roten Faden und es macht Klick, wie man so schön sagt. Das Konzept, wie man nach und nach zu dem Ende hingeführt wird, hat mir richtig gut gefallen, denn der Autor hat hier eine schöne Mischung gefunden, den Nebencharakteren ein wenig Raum zu geben, aber nicht zu viel, sodass hauptsächlich doch Mateo und Rufus zu Wort kamen.
Weiterhin sehr positiv aufgefallen ist mir, wie unterschiedlich Mateos und Rufus Erzählstimmen sind. Auch, wenn ich mitten im Kapitel aufgehört hatte zu lesen, wusste ich meist recht schnell wieder, aus wessen Sicht gerade erzählt wird, da Rufus beispielsweise eine ganz andere Wortwahl als Mateo hat. Ich habe selten Charaktere anhand ihrer Erzählstimme so gut auseinanderhalten können, damit ist dem Autor wirklich eine Glanzleistung gelungen, wie ich finde.
Da sich das Buch damit beschäftigt, dass die Hauptcharaktere am Ende sterben, wie der Titel ja schon verrät, habe ich damit gerechnet, dass die Geschichte sehr dramatisch und traurig wird, aber das ist sie keinesfalls. Ein wenig Drama gibt es gegen Ende schon, aber insgesamt ist die Handlung doch recht bodenständig und  gerade wie unterschiedlich Mateo und Rufus mit der Nachricht, dass sie sterben werden umgehen und den Tag angehen, war interessant zu verfolgen.
Normalerweise bin ich jemand, der heult wie ein Schlosshund, wenn ein Charakter, den ich gerne habe, stirbt, aber dieser Effekt hat sich in They Both Die at the End bei mir nicht eingestellt, obwohl ich sowohl Mateo, als auch Rufus als Erzähler wirklich mochte. Ich könnte mir vorstellen, dass das daran liegt, dass man damit rechnet, dass sie sterben und man lediglich nicht weiß wann und wie. Ich kann nicht leugnen, dass das Ende mich nicht kalt gelassen hat, ein paar Tränen sind dann doch geflossen und ich bin etwas emotional geworden, aber bei Weitem nicht so sehr, wie ich erwartet hatte. Das Ende konnte mich nicht so mitreißen, wie ich gehofft habe, auch, wenn der Autor einen, wie ich finde, guten Abschluss für diese Geschichte und die Charaktere gefunden hat.

Infos

Autor/in: Adam Silvera
Seiten: 384
Verlag: HarperTeen
Sprache: Englisch
Deutsche Übersetzung: Am Ende sterben wir sowieso
Reihe: -
Wertung: 4 Sterne

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