[Rezension] Wolkenschloss – Kerstin Gier

Worum geht’s?

Fanny Funke arbeitet als Jahrespraktikantin im Wolkenschloss, einem Chateau in den Schweizer Bergen. Als gegen Weihnachten ein bunter Haufen Gäste eintrudeln, wird ihr Job mit einem Mal sehr viel interessanter. Da wäre zum Beispiel Tristan Brown, der gerne Fassaden erklimmen zu scheint, das absolute hinreißende alte Ehepaar Ludwig, ein bekannter Thrillerautor, eine ehemalige Eiskunstläuferin, ein ominöser Mann mit Waffe und nicht zu vergessen das russische Ehepaar Smirnow, das die sagenumwobenen Nadjeschda-Diamanten zum Silvesterball ins Wolkenschloss bringt. Und dann ist da noch Ben, der Sohn des Hotelsbesitzers und nach eigener Aussage Lebenspraktikant, der für Fannys Geschmack viel zu gut aussehend und charmant ist. Denn mit all dem Trubel, der im Wolkenschloss mit einem Mal vor sich geht, kann sie solch eine Liebelei gar nicht gebrauchen und dass Tristan ihr nebenbei ebenfalls schöne Augen macht, sorgt auch nicht unbedingt dafür, dass das Chaos in ihrem Leben abnimmt.


Meine Meinung. 

Eigentlich hatte ich gar nicht vor diesen Roman zu lesen. Zumindest nicht sofort. Denn von dem letzten Band der Silber-Trilogie von Kerstin Gier war ich zugegeben etwas enttäuscht. Ich hatte das Gefühl nicht mehr viel mit ihren Figuren anfangen zu können und ich hatte befürchtet, dass das auch in Wolkenschloss nicht groß anders sein würde. Womit ich gar nicht mal so falsch lag.

Aber zunächst einmal fängt der Roman richtig spannend an. Der Prolog nimmt eine Szene von dem Ende vorweg, die einen ganz schön zum Grübeln bringt und ich fand den Einstieg dadurch sehr gelungen. Stilistisch hat mich dies ein wenig an die Edelstein-Trilogie erinnert, denn dort wurde man ebenfalls mit einem Haufen Fragezeichen nach dem Prolog sitzen gelassen und deshalb hatte ich zunächst einmal ein sehr gutes Gefühl bei dem Buch. Spannung von der ersten Seite an? Check!

Danach allerdings… nun ja. Zwar war Kerstin Giers Schreibstil gewohnt locker und leicht und ich liebe ihren Humor, aber die ersten gut einhundertfünfzig Seiten waren recht… eintönig. Zwar unterhaltsam aufgrund des Schreibstils, aber eben auch etwas langatmig, da gefühlt ein Hotelgast oder Mitarbeiter nach dem anderen vorgestellt wurde. Wovon einige keine wirklich notwendige wichtige Rolle im Handlungsgefüge eingenommen haben.

Erst ab etwa der Hälfte oder vielleicht sogar darüber hinaus fing es an spannend zu werden. Was für mich leider in wenig durch ein mehr-oder-weniger-Love-Triangle gedämpft wurde. Obwohl zwischen Fanny und einem der Jungs kaum etwas passiert ist die Liebesgeschichte gefühlt ein großer Teil der Geschichte und ich sage ganz offen ich war eindeutig Team Ben, da Tristan mir etwas zu mysteriös war. Außerdem: Wie viele super attraktive Menschen können bitte im gleichen Hotel rumlaufen? Wie so häufig war mir das extrem gute Aussehen der männlichen Hauptpersonen beziehungsweise Love Interests ein kleiner Dorn im Auge.

Ich habe das Buch gestern Abend erst beendet und wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich jetzt schon nicht mehr, was auf den über vierhundertfünfzig Seiten eigentlich passierst ist. Wie gesagt, gegen Ende wurde es recht spannend und ich kam auch tatsächlich erst recht spät darauf, wer denn nun ein falsches Spiel im Wolkenschloss treibt, aber das hat leider nicht rausgerissen, dass ein Großteil des Buches gefühlt überflüssig für die eigentliche Handlung war. Was ich schade finde, denn das Setting war absolut grandios und – wie ich jetzt schon mehrmals gesagt habe -, das Ende ebenfalls.

Insgesamt war der neue Gier für mich leider recht enttäuschend. Ich habe irgendwie das Gefühl aus ihren Büchern rausgewachsen zu sein, ich kann ihre Protagonistinnen teilweise nicht richtig ernst nehmen, die sich nicht wie siebzehn Jahre verhalten, sondern manchmal eher wie zwölf Jahre, zumindest was das Überreagieren und falsch verstehen des Love Interests angeht. Man hätte sich einen Haufen Ärger sparen können, wenn Fanny nicht zum Teil so kindisch gewesen wäre. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich mit siebzehn Jahren nicht so verhalten habe/ hätte, weshalb ihr Verhalten manchmal für mich einfach nicht nachvollziehbar war.
Die Handlung hatte einen interessanten Kern, konnte aber nicht vollkommen überzeugen, aufgrund dessen, dass sie schrecklich langsam voran schritt.

Abschließend kann ich eigentlich nur sagen, dass jeder Kerstin Gier Fan das Buch sowieso zur Hand nehmen und bis zu einem gewissen Grad lieben wird. Weil es eben Kerstin Gier ist. Aber das Buch hatte für mich durchaus ein paar (größere) Schwächen über die ich einfach nicht hinweg sehen konnte.


Infos

Autor/in: Kerstin Gier
Seiten: 464
Verlag: FJB Verlag
Sprache: Deutsch
Reihe: -
Wertung: 3,5 Sterne

2 thoughts on “[Rezension] Wolkenschloss – Kerstin Gier

  1. Hey Katharina,Tolle Rezension *_* Wolkenschloss liegt momentan noch auf meinem SuB und dass aus nur aus dem Grund, dass es von Kerstin Gier ist 😉 Die Story spricht ich bisher auch nicht wirklich an freue mich aber trotzdem auf ihren humorvollen Schreibstil 😀 Ich bin mal gespannt, ob mich das Buch überzeugen kann ;)Alles LiebeSina

  2. Hallo Sina, dankeschön 🙂 Der Schreibstil ist schon wirklich toll und reißt enorm viel raus – dann wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Lesen, vielleicht kann die Handlung dich ja mehr überzeugen als mich! :)Liebe Grüße, Katharina

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