Ein Buch, ein Textmarker und Ich: Ein Erfahrungsbericht (und eine kleine Liebesgeschichte)

Lange, lange Zeit war ich jemand, der seine Bücher in möglichst gutem Zustand haben wollte. Wehe jemand knickte den Buchrücken oder beschädigte meine Schätzchen sonst irgendwie. Wenn ich ein Buch nach dem Lesen zurück ins Regal gestellt habe, dann wollte ich, dass es möglichst ungelesen und wie neu aussieht. Weil neue Bücher nun einmal einfach hübsch sind. So makellos und ohne Gebrauchsspuren. Toll, oder? Jein. Mittlerweile sehe ich das nämlich – wie der Titel dieses Beitrags vermuten lässt – ein wenig anders. Ich weiß nicht mehr genau wann ich mich dazu entschieden habe meine Prinzipien über den Haufen zu schmeißen (zumindest teilweise) und in meine Bücher zu schreiben, aber ich habe mich währenddessen ein bisschen ausprobiert und habe ein System gefunden, das für mich im Augenblick ganz gut funktioniert. Schritt 1: Angefangen habe ich glaube ich damit, dass ich bei »Strange the Dreamer« von Laini Taylor die Übersetzung zu einigen Wörtern in das Buch geschrieben habe, weil mir aufgefallen ist, dass mein Wortschatz doch etwas zu wünschen übrig lässt. Zumindest, wenn ich jedes Wort verstehen möchte, wie es bei dem Buch der Fall war, denn Laini Taylor schreibt so wunderbar detailreich und atmosphärisch, dass ich einfach nichts verpassen wollte. Zusätzlich habe ich einige Zitate frei Hand unterstrichen, die ich besonders schön fand. Bei einem zweiten Lesen letzten Oktober habe ich dann einen anderen Stift zum Unterstreichen von Zitaten benutzt und kann jetzt so feststellen welche Zitate mir bei welchem Lesedurchgang am besten gefielen, was ich ziemlich cool finde, da »Strange the Dreamer« so ziemlich mein Lieblingsbuch ist. Außerdem ist mir beim zweiten Lesen aufgefallen wie wenig es mich stört, dass ich die Übersetzungen reingekritztelt habe. Das gehört jetzt irgendwie zu dem Buch dazu und sieht vielleicht auf Fotos nicht schön aus, aber ich mag es. Am Anfang musste ich also erstmal akzeptieren, dass es okay ist in Bücher reinzuschreiben. Ich musste mich von dem Gedanken befreien, dass ich mein Buch ruiniere und verinnerlichen, dass es „nur“ ein Buch ist. Im besten Fall hat es rund 10€, im schlimmsten vielleicht auch mal 20€ gekostet. Das ist nicht die Welt. Wenn ich in ein paar Monaten feststelle, dass ich meine Ausgabe voller Markierungen total blöd finde, dann kann ich mir eine neue kaufen, wenn es unbedingt sein muss. Allerdings glaube ich nicht, dass mir das oft passieren wird, denn eigentlich habe ich immer Freude daran noch einmal durch meine Lieblingsbücher durchzublättern und zu sehen, welche Stellen mir besonders gefielen. Schritt 2: Irgendwann ein wenig später habe ich das Übersetzungen von Wörtern in Bücher schreiben wieder aufgegeben, weil ich dadurch einfach eeewig brauche. Aber ich bereue es auch nicht, für manche Bücher braucht man eben Zeit. Nichtsdestotrotz war ich damit nicht so ganz zufrieden und habe angefangen mir beim Markieren von Zitaten ein bisschen Gedanken um die Farben zu machen, mit denen ich markiere. Ich benutze zum Unterstreichen am liebsten meine Dual Brush Pens von Tombow, einfach weil ich mit denen gefühlt eine geradere Linie zeichnen kann als mit einem Textmarker und gerade die pastelleneren Farben sind nicht so aufdringlich anzusehen, aber das ist persönliche Vorliebe. Allerdings hat es auch ein wenig gedauert, bis ich hier ein System entwickelt habe, denn am Anfang habe ich einfach für jedes Buch einen neuen Farbcode verwendet, was damit aber irgendwann nicht mehr zufrieden, weil ich dann jedes Mal erst überlegen muss was ich mit den Farben eigentlich wollte. Bei manchen Büchern wie »City of Bones«, wo ich ausschließlich lustige Zitate in gelb markiert habe ist das noch einfach, aber bei »Truly Devious« zum Beispiel habe ich nach ganz anderen Kritikern markiert – Hinweise zu den Personen und dem Fall und Zitate die ich mag – und da heißt gelb nun mal etwas völlig anderes. Ihr seht schon, es ist nicht so leicht. Hätte ich mir eigentlich denken können, dass ich da gleich mit mehr System rangehen muss, aber hey, immerhin bin ich jetzt um eine Erfahrung reicher. Deshalb kommen wir jetzt zu: Schritt 3: Vor ein paar Wochen habe ich mir dann schließlich ein separates Federmäppchen zusammengestellt mit den Stiften, die ich zukünftig zum Markieren in Büchern benutzen möchte. Mein colour code sieht dabei folgendermaßen aus: Blaugrauer Tombow – Ich mag das Zitat/ die Szene Gelber Tombow – witzig Grüner Tombow – worldbuilding das ich besonders interessant/wichtig findeGrün unterstrichen – Zitat/Szene macht mich sauer/ich bin genervt Blau unterstrichen – Zitat/Szene lässt mich emotional werden Gelb unterstrichen – wichtige Info Lila unterstrichen – Zaubersprüche in Harry Potter Zu den Farben gibt es dann logischerweise noch Klebezettel, weil ich keinen passenden für das blaugrau hatte nehme ich dazu einen pinken Zettel und um die beiden gelben Markierungen auseinander zu halten nehme ich für die witzigen Szenen und Zitate einen organgenen Klebezettel. Außerdem sortiere ich die Markierungen nach Wichtigkeit für mich persönlich indem ich kleine und große Klebezettel nehme; also normale Klebezettel für die Stellen die mich besonders begeistert haben und Klebezettel die nur halb so breit sind für erwähnenswerte Stellen, die mir aber nicht ganz so viel bedeuten. Mit dem System, das ich entwickelt habe bin ich bisher ganz zufrieden. Ich habe noch nicht so viele Bücher damit bearbeitet, aber ein paar und gerade alte Lieblingsbücher nochmal zu lesen und dieses Mal alles zu markieren was ich daran liebe macht unglaublich viel Spaß. Im Augenblick lese ich »Crooked Kingdom« von Leigh Bardugo noch einmal und ich habe so viel Freude daran dieses Buch zu lesen, als die witzigen Dialoge zu markiere und die Zitate, die ich schon vorher geliebt habe, jetzt aber viel leichter wiederfinden kann. Ich muss dazu sagen, dass ich immer noch versuche meine Bücher in einem einigermaßen guten Zustand zu halten, ich mag immer noch keine gebrochenen Buchrücken und wenn ich eine Linie nicht so gerade ziehe wie gewollt, dann ärgert mich das schon etwas. Das ist auch der Grund, weshalb ich noch etwas zögerlich dabei bin meine Gedanken beim Lesen ins Buch zu schreiben, einfach weil ich meine Handschrift dann meist später nicht mehr mag und mich dann tatsächlich ärgere, dass ich nicht […]

Herzensbücher #1 – Strange the Dreamer

Ich habe dieses Format jetzt schon länger auf Janikas Blog und auch bei Sabrina verfolgt und es doch jedes Mal verpennt zum 20. des Monats einen Beitrag zu tippen, obwohl das Konzept mich gleich angesprochen hat. Bei »Herzensbücher« geht es darum ein – wer hätte es gedacht – Herzensbuch vorzustellen, ein Buch das einem viel bedeutet und das einem halt am Herzen liegt. Das Format soll kurz und knackig sein, weshalb es nur höchstens 500 Worte umfassen soll. Da ich dazu neige eher ausschweifend über Lieblingsbücher zu schwärmen wird das eine Herausforderung, aber ich werde mich bemühen mich daran zu halten. Ich habe mich irgendwie etwas schwer getan mich für ein erstes Herzensbuch zu entscheiden, weil mir gleich fünf auf einmal eingefallen sind und ich alle gleich gerne mag, aber keines favorisieren wollte. Wie man sieht habe ich mich jetzt aber doch überwinden können einem die Ehre des ersten Herzensbuches zukommen zu lassen und zwar: STRANGE THE DREAMER – LAINI TAYLOR The dream chooses the dreamer, not the other way around. Zu Strange the Dreamer hat mich damals ironischerweise hingezogen, dass ich den Titel nicht verstanden habe und nicht so wirklich wusste worum es geht. Ich habe lediglich oft gehört, dass das Buch gut sein soll und sind mir mal ehrlich, es war zum Großteil auch ein Coverkauf. Ich ärgere mich übrigens immer noch ein bisschen, dass ich das Buch nicht als Hardcover habe, denn mit dem Cover wird das Buch nur noch als Paperback gedruckt, was ich richtig schade finde. Jedenfalls dreht Strange the Dreamer sich um Lazlo Strange, der Bibliothekar ist und immer ein wenig dafür belächelt wird, dass er an Mythen und Wunder glaubt. Vor allem interessiert er sich für die beinahe vergessene Stadt Weep, deren wirklicher Name vor Jahren aus dem Gedächtnis aller Menschen verschwunden ist, was allerdings keinen außer Lazlos wirklich interessiert, den dieses Mysterium aber nicht loslässt. Mehr möchte ich zu der Handlung gar nicht sagen, denn es ist definitiv besser, wenn man sich von Strange the Dreamer überraschen lässt, als wenn man zu viel im Vorfeld weiß. Einfach drauf einlassen und genießen, denn:  Strange the Dreamer ist so ein Buch das einfach absolut magisch ist, anders lässt es sich nicht beschreiben. Laini Taylor hat einen sehr detailreichen, sehr malerischen Schreibstil, der einem regelrecht Bilder in den Kopf setzt. Ich habe mich einerseits schon lange nicht mehr so durch ein englisches Buch kämpfen müssen, weil ich unbedingt jedes Wort verstehen wollte, um ja kein Detail zu verpassen, aber gleichzeitig hat sich die Geschichte wie eine Belohnung angefühlt, einfach weil sie so, so fantastisch ist. Selten habe ich mir so viele tolle Zitate in einem Buch markiert, wobei viele sich um das Träumen drehen und hach, ich blättere so gerne nochmal durch meine Ausgabe, der man mittlerweile etwas ansieht, dass ich sie sehr liebe.  Eines der Highlights an diesem Buch ist im Übrigen Lazlo Strange an sich. Dass er Bibliothekar ist macht ihn doch schon gleich sympathisch, oder nicht? Und Lazlo liebt Bücher, er liebt sie mit Leib und Seele.  He read while he walked. He read while he ate. The other librarians suspected he somehow read while he slept, or perhaps didn’t sleep at all. Without his books, his room felt like a body with its hearts cut out. Wer kennt letzteres denn nicht? Allein deshalb habe ich Lazlo gleich ins Herz geschlossen, aber vor allem fand ich ihn so großartig, weil er nicht der typische Held eines Fantasyromans ist. Er ist ein Träumer, er ist Bibliothekar und eben kein Held. Und irgendwie trotzdem auf seine Art eben doch.  Eben habe ich gesagt, dass der Schreibstil hier magisch ist, aber nicht nur das. Laini Taylor spielt in Strange the Dreamer viel mit Träumen, Mythen und Glauben (und noch viel mehr Themen, über die zu sprechen hier den Rahmen des Formats sprengen würde, ich glaube ich muss meine Rezension mal überarbeiten) und diese Mischung hat für mich einfach den perfekten Fantasyroman geschaffen; nicht actionreich, sondern eher ruhig, deshalb aber nicht weniger spannend und vor allem konnte er mich von der ersten bis zur letzten Seite packen, hat mich gegen Ende richtig emotional werden lassen und immer wieder überraschen können. Strange the Dreamer ist wie nichts anderes, das ich bisher gelesen habe, in so vielerlei Hinsicht ist es für mich einfach besonders. Und deshalb im Moment mein absolutes Herzensbuch. It was impossible, of course. But when did that ever stop any dreamer from dreaming. Ich gebe gleich zu: Es sind doch ein paar Wörter mehr als fünfhundert geworden. Aber wirklich nicht viele. Nicht, dass irgendjemand nachzählen würde, aber es geht hier um’s Prinzip. Aber auch nach mehrmaligem Lesen konnte ich einfach nichts kürzen und wollte auch keines der Zitate weglassen, also schummele ich dieses erste Mal bei den Herzensbüchern ein klitzekleines bisschen. Strange the Dreamer ist aber auch ein wirkliches dickes Buch, da hat man eben auch viel drüber zu sagen. Und jetzt höre ich auf Ausreden zu finden und gelobe einfach Besserung für’s nächste Mal.

5 Klassiker, die ich dieses Jahr lesen möchte

Klassiker und ich, das ist so eine Sache. Ich würde sagen die größten Berührungspunkte mit Klassikern hatte ich in der Schule und zugegeben: Durch die meisten habe ich mich durch gequält. Es gab ein paar Ausnahmen und gerade in der Oberstufe wurden mehr Werke gelesen, die mir zugesagt haben. Mein absoluter Liebling dabei ist »The Great Gatsby«. Aber sonst? Habe ich zwar ein paar Klassiker im Regal stehen, die irgendwie jeder kennt, sprich: »Stolz & Vorurteil« und »Sturmhöhe«, sowie »Anna Karenina«. Aber habe ich eines davon gelesen? Nope. Zumindest nicht beendet, angefangen habe ich tatsächlich alle vor ein paar Jahren mal, allerdings schnell aufgegeben. Mein Hauptproblem dabei ist glaube ich vor allem die Sprache; ich brauche ewig, muss manche Sätze fünf Mal lesen und weiß teilweise trotzdem nicht, was ein Autor von mir will. So ging es mir zumindest mit einige Werken bisher, insbesondere mit Schullektüren. Nichtsdestotrotz möchte ich Klassikern nicht ganz abschwören, denn immerhin gibt es ja einen Grund, warum so viele Menschen diese Bücher lieben und sie sich über die Jahrzehnte gehalten haben und aktuell geblieben sind, immer wieder neu aufgelegt werden. Die Sache ist die: Meistens gefallen mir Klassiker erst dann, wenn sie im Unterricht durchgesprochen, auseinander genommen und in ihre Einzelteile zerlegt werden. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht wenigstens ein bisschen Recherche zu betreiben, bevor ich mich an einen Klassiker heranwage, denn so kriege ich vielleicht schon mal ein Gefühl für das Buch und kann mehr damit anfangen, als wenn ich es schlicht lese. Ein paar tolle Tipps, wie man an Klassiker heran geht habe ich übrigens auch bei Literally Sabrina gefunden, deren Beitrag mich noch mehr dazu motiviert hat ein paar Klassikern endlich mal eine Chance zu geben. Frankenstein von Mary Shelley Den Anfang macht »Frankenstein« von Mary Shelley, auf das ich besonders durch Isabellas Blogbeitrag aufmerksam geworden bin. Ich weiß nicht allzu viel über Frankenstein, was ich ganz gut finde, denn so gehe ich recht offen an die Sache heran und habe keine riesigen Erwartungen im Vorfeld. Außerdem habe ich mir »Romantic Outlaws« von Charlotte Gordon gekauft, das eine Doppelbiografie über Mary Shelley und ihre Mutter Mary Wollstonecraft ist. Reingelesen habe ich schon und bisher gefällt mir »Romantic Outlaws« wirklich gut und ich denke ich werde es ganz hilfreich finden etwas mehr über die Autorin und die Zeit, in der sie aufgewachsen ist, zu wissen, bevor ich mich ihrem Werk widme. Stolz & Vorurteil von Jane Austen Natürlich darf »Stolz und Vorurteil« auf dieser Liste nicht fehlen. Ich habe das Gefühl ich bin der einzige Bücherwurm auf Erden, der mit diesem Buch nichts anfangen kann. Nicht mal den Film habe ich geguckt, den alle so lieben. Aber das möchte ich gerne ändern, denn es ist ein paar Jahre her, dass ich das letzte Mal versucht habe dieses Werk zu lesen und ich könnte mir vorstellen, dass es mir mittlerweile mehr Spaß macht. Das hoffe ich zumindest. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich »Stolz und Vorurteil« auf deutsch oder englisch lesen möchte, tendiere im Moment aber zu englisch, da es im Prinzip ja immer besser ist Sachen im Original zu lesen, dann geht bei Übersetzungen wenigstens nichts verloren. Murder on the Orient Express von Agatha Christie Dieses Buch habe ich vor eineinhalb Jahren im Rom-Urlaub gekauft, weil ich den Film sehen wollte und was soll ich sagen, seitdem steht es ungelesen im Regal. Irgendwie war mir in den letzten Monaten nicht so nach Krimis, aber über Weihnachten habe ich meine Vorliebe für historische Krimis wiederentdeckt und hoffe deshalb, dass ich demnächst endlich dazu komme »Murder on the Orient Express« zu lesen, beziehungsweise habe ich mir alternativ das Hörbuch herausgesucht. The Fellowship of the Ring von J. R. R. Tolkien Noch so ein Buch, das ich schon länger im Regal stehen habe und das seitdem einstaubt. Gekauft im Herbst 2014, wenn mich nicht alles täuscht und zwar in London. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich es geschafft habe mit nur zwei Büchern wiederzukommen und nicht in einer einzigen Buchhandlung war, aber ein bisschen Schwund ist ja immer. Gekauft wurde das Buch eigentlich nur, weil ich es gerne im Regal stehen haben wollte, denn ich bin gar kein so großer Fan von »Herr der Ringe«, die Filme habe ich glaube ich einmal gesehen und den dritten nicht mal zu Ende, von daher… Im Moment habe ich allerdings richtig Lust Fantasy zu lesen, gerne auch anspruchsvoller, weshalb ich glaube, dass dieses Buch vielleicht tatsächlich doch noch vom SuB befreit werden könnte, wenn alles gut läuft. Anna Karenina von Leo Tolstoi Ich weiß gar nicht wie lange ich »Anna Karenina« schon im Regal stehen habe, aber eindeutig zu lange, dafür, dass ich nie über die erste Seite hinaus gekommen bin. Noch so ein Kauf im Sinne von: War günstig, warum nicht? Abschrecken tun mich hier vor allem die vielen Seiten, die bei meiner Ausgabe auch noch super dünn sind – die Bibel lässt grüßen – und die russischen Namen, die ich etwas kompliziert in Erinnerung habe. Nichtsdestotrotz reizt mich auch irgendwas an der Geschichte und deshalb möchte ich zumindest noch einmal reinlesen, in der Hoffnung, dass es mir jetzt vielleicht etwas besser gefällt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Das ist meine Auswahl bisher, ich würde mich aber auch riesig freuen, wenn ihr vielleicht ein paar Empfehlungen für mich hättet. Was sind eure liebsten Klassiker? Lest ihr überhaupt welche? Oder was sind Werke, die ihr absolut nicht leiden konntet und von denen ihr abratet?

»Das sind aber viele Bücher…«

Diesen Satz kriege ich:a) zu hören wenn Leute zum ersten Mal mein Zimmer betreten und mein Bücherregal sehen oder aber b) unter meinen Monatsrückblicken, weil ich im Vergleich zu vielen anderen relativ viele Bücher im Monat lese. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ich würde sagen ich lese recht schnell, das hilft natürlich und lesen ist außerdem eine feste Routine in meinem Alltag, es gibt kaum Tage an denen ich nicht lese und während viele immer mal wieder von reading slumps reden muss ich sagen, dass ich sowas noch nie hatte. Ich glaube das letzte Mal, dass ich einen Tag gar nichts gelesen habe war letztes Jahr, als ich die schlimmste Grippe aller Zeiten hatte und basically nichts getan habe, weil selbst ein Hörbuch oder Fernsehen zu anstrengend waren. Und ja, auch diesen Monat habe ich die ersten zwei Wochen mit meinem Lesen etwas gestruggelt, weil ich neben den Hausarbeiten einfach wenig Lust hatte noch spaßeshalber die Nase in ein Buch zu stecken. Aber ich habe mich davon nicht unterkriegen lassen und dennoch versucht jeden Tag wenigstens ein paar Seiten zu lesen und außerdem zu Büchern gegriffen, die entweder super spannend waren oder so lockere Unterhaltung, dass sie mich nicht noch zusätzlich fordern. Vor ein paar Tagen habe ich jetzt langsam wieder gemerkt, dass ich wieder motivierter bin mehr zu lesen und habe seitdem drei Bücher beendet – juhu! Also ja, in stressigen Phasen lese ich auch mal weniger, aber ganz kann ich Bücher dann doch nie aus meinem Alltag streichen. Dafür sind sie halt zu sehr Teil davon. Was ich aber eigentlich sagen wollte bevor ich so abgeschweift bin: Es gibt viele Gründe weshalb ich teilweise eine absurde Anzahl an Büchern im Monat verschlinge und die werden bei jedem anders aussehen, weil jeder nun einmal anders liest und lebt, aber hier sind meine: Ich gucke kaum Fernsehen. Früher habe ich jeden Tag pünktlich um viertel nach acht Uhr auf dem Sofa gesessen und geguckt was auch immer der Fernseher hergegeben hat. Mittlerweile – sprich: seit ich alleine wohne und keinen Fernseher mehr habe, was by the way eine der besten Entscheidungen ever war, denn wer braucht sowas zu Zeiten von Netflix und Amazon Prime schon? – schaue ich kaum noch fern und verbringe meine Abend am liebsten lesend. Und da ich gerade Netflix und Prime erwähnt habe: Diese Dienste nutze ich zwar, aber zugegeben eher unregelmäßig. Meist binge watche ich eine Serie wenn sie mir gefällt und dann kann es sein, dass ich wochenlang keine einzige Folge gucke, je nachdem in was für einer Stimmung ich gerade bin. Allgemein habe ich festgestellt, dass ich viel lieber Serien gucke die mich nicht allzu süchtig machen, wie zum Beispiel Criminal Minds. Da kann ich hier und da eine Folge von gucken, habe aber nicht das Bedürfnis die Serie in einem Rutsch durchzugucken. Das würde bei Criminal Minds mein Gemütszustand denke ich auch nicht mitmachen, aber das ist eine andere Geschichte. Fazit: Kein Fernseher = viel Zeit zum Lesen. Beziehungsweise lese ich halt einfach lieber als eine Serie zu gucken. ¯\_(ツ)_/¯ Ich glaube jeder kennt diese Situation: Man hat es sich gerade bequem gemacht – in meinem Fall sitze ich in meinem Bett – und möchte anfangen zu lesen, aber vorher noch ganz schnell Instagram checken. Und dann Twitter. Und dann oh, man hat eine WhatsApp gekriegt und hat man jetzt nicht schon wieder fünf Minuten lang nicht in Instagram geguckt? Mittlerweile könnte es ja was Neues geben. Und so scrollt man eeeewig durch soziale Medien, was zugegeben eine sehr entspannende Tätigkeit sein kann, aber eben auch sehr zeitintensiv. Vor allem wenn man eine Stunde später auf die Uhr guckt und feststellt, dass man noch keine einzige Seite gelesen hat. Mir hilft in diesem Fall oft die App »Forest«, die viele bestimmt kennen. In der App stellt man eine Zeit ein, während der man das Handy nicht zur Hand nehmen möchte und wenn man auf Start drückt wird ein virtueller Baum gepflanzt. Während die Zeit abläuft darf man die App nicht verlassen, sonst stirbt der Baum. Klingt nicht sonderlich überzeugend? Glaubt mir, es ist wahnsinnig frustrierend einen toten Baum auf dem Tages-/Wochen-/Monatsrückblick zu sehen. Das Ding scheint einen regelrecht zu verhöhnen und macht einem den schönen Wald, den man so konzentriert gepflanzt hat, optisch kaputt. Mir hilft die Forest App jedenfalls enorm wenn ich merke, dass ich mich immer wieder durch mein Handy ablenken lasse. So schaffe ich es oft viel mehr Seiten am Stück zu lesen und schaue nicht alle zehn Minuten auf mein Handy und wenn die Zeit abgelaufen ist bin ich meist so in meinem Buch versunken, dass ich mein Handy freiwillig liegen lassen. Ich bin keiner dieser Menschen mit fünfzig Hobbys und hundert Freunden, der sich gefühlt dreiteilen muss, damit er allen Verpflichtungen nachkommen kann. Aber es ist okay wenn andere so sind, jeder so wie er mag und sich wohl fühlt, just saying. Dementsprechend habe ich aber ganz schlicht die Zeit am Abend zu lesen. Ich habe keine wirklichen Verpflichtungen außer den Haushalt zu schmeißen und zu Vorlesungen zu gehen, für Klausuren zu lernen und in den Semesterferien täglich in die Bibliothek zu pilgern. Wenn ich es mir recht überlege klingt mein Leben ziemlich langweilig. Aber hey, ich mag meinen Alltag, also was soll’s. Ich habe immer ein Buch dabei. Und damit meine ich eigentlich wirklich immer. Dadurch, dass ich dazu neige mindestens drei Bücher parallel zu lesen und das meist auf verschiedenen Medien, habe ich immer etwas zu lesen dabei, sollte ich mal ein paar Minuten nicht zu tun haben. Ich glaube einen Großteil der Seiten die ich am Tag lese, lese ich zwischen zwei Vorlesungen, zumindest wenn ich niemanden kenne oder vor der ersten Vorlesung mal wieder überpünktlich bin. Dass ich seit gut einem Jahr sehr regelmäßig Hörbücher höre hilft meiner Lesestatistik ebenfalls auf die Sprünge. Ich gehe meist zu Fuß zur Uni und höre oft auf dem Weg Hörbuch. Auf 1,5x bis 1,75x Geschwindigkeit zu hören sorgt außerdem dafür, dass ich Hörbücher recht zügig […]