Rezension || Die Krone der Dunkelheit: Magieflimmern – Laura Kneidl*

Ach ja. Ich habe eigentlich wirklich keine Lust eine negative Rezension zu tippen, aber Tatsache ist, dass mir der zweite Band von »Die Krone der Dunkelheit« nur wenig zusagen konnte.

Dabei möchte ich vorweg nehmen, dass ich irgendwie selber Schuld bin. Zwar hatte ich gehofft, dass mir der zweite Band besser gefallen würde als der erste, an dem mich schon einige Dinge genervt haben – Rezension gibt es HIER -, aber groß überrascht hat es mich jetzt halt auch nicht, dass ich den zweiten Teil sogar noch schlechter fand. Wem es mit dem ersten Band ähnlich ging wie mir und wer sich fragt, ob er weiterlesen sollte, der findet diese Rezension vielleicht hilfreich, aber ich glaube wenn man von der Reihe begeistert ist wird man mit meinen folgenden Gedanken wenig anfangen können. Nur so als kleine Erklärung vorweg.

Außerdem: Natürlich wird diese Rezension Spoiler für den ersten Band enthalten, wer diesen also nicht gelesen hat, der sollte sich jetzt gewarnt fühlen.

»Die Krone der Dunkelheit: Magieflimmern« setzt trotz, dass es ein paar Monate später spielt, quasi genau dort an, wo der letzte Band aufgehört hat. Ceylan und Weylin wurden für den Mord an Königin Zarina eingekerkert, Freya ist zurück in Thobria und sieht sich plötzlich in der Situation verheiratet zu werden, was ihr gar nicht gefällt, Larkin wiederum ist auf sich allein gestellt und macht was er am besten kann, nämlich Verbrecher jagen. Währenddessen werden die Aufstände in Nihalos immer größer, Kheeran wird immer noch nicht als nächster König akzeptiert und droht in dem Chaos, das sein Land überflutet, unterzugehen.

Wie gesagt war ich nicht allzu begeistert von »Die Krone der Dunkelheit: Magieflimmern« und das hat sich leider von der ersten bis zur letzten Seite gezogen. Man mag sich jetzt wieder fragen warum ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe, wenn es mir doch so wenig gefällt und ehrlich, ich weiß auch nicht, warum ich es unbedingt beenden wollte. Ich glaube ich breche Bücher einfach nicht gerne ab, weil sich das so unvollständig anfühlt. Dass ich das Buch also trotz allem zu Ende gelesen habe liegt nicht daran, dass ich unbedingt darüber herziehen wollte, ich möchte nur gerne das ganze Buch beurteilen können – und außerdem gebe ich die Hoffnung nie auf, dass es besser wird, auch, wenn die Hoffnung dieses Mal vergebens war.

Der Schreibstil

Eines der Probleme die ich schon im ersten Teil hatte und das sich hier wieder deutlich abgezeichnet hatte, war der Schreibstil. Was mich irgendwie wundert, denn ich habe schon einige andere Fantasybücher von Laura Kneidl gelesen, bei denen mir ihr Schreibstil sehr gut gefiel, aber bei »Die Krone der Dunkelheit« empfinde ich ihn als extremst gestelzt. Die Figuren reden für mein Empfinden zu unnatürlich miteinander, es kommen kaum stimmige Dialoge zustande und allgemein habe ich einfach das Gefühl, dass viel zu viel versucht wird die Sprache dem mittelalterlichen Setting anzupassen. Für mich war es anstrengend dieses Buch zu lesen, einfach weil ich den Schreibstil als so unnatürlich und wenig passend wahrnehme.

Dazu kommt – was vielleicht weniger mit Schreibstil, sondern mehr mit World Building zu tun hat -, dass ich mich manchmal frage, wieso einige Figuren heißen, wie sie heißen. Ich habe teilweise das Gefühl die Namen von Personen, die aus gleichen Ländern/Orten kommen passen teilweise nicht zusammen oder sind sich viel zu ähnlich. Ich frage mich was die ganzen Akzente auf den Namen sollen, die man, zumindest dem Ausspracheguide hinten nach, wenn ich mich nicht versehe, nicht betont. Vielleicht irre ich mich da auch, ihr dürft mich gerne korrigieren, aber ich habe oft das Gefühl, dass Namen hier recht willkürlich gewählt sind und so für mich wenig Sinn ergeben. Ich hoffe ihr könnt mit meinen Erläuterungen etwas anfangen, irgendwie fällt es mir sehr schwer zu beschreiben, was genau hierbei mein Problem ist. Vielleicht, dass gefühlt zwanghaft versucht wird alles irisch aussehen zu lassen.

Die Charaktere

Wie zu erwarten gewesen folgt man auch im zweiten Teil wieder mehreren Figuren und es sind sogar noch ein paar Sichten hinzugekommen – über letzteres habe ich mich sehr gefreut. Ich fand es spannend ein wenig mehr über Leigh zu erfahren, der ja im ersten Band noch recht blass als Charakter blieb, und auch Elroy kommt hier zu Wort. Beides waren so mit meine liebsten Figuren aus dem vorigen Band und ich habe mich immer gefreut, wenn wieder ein Kapitel aus ihrer Sicht kam.

Mein Verhältnis zu Freya, Larkin, Ceylan und Kheeran hat sich wiederum nicht verbessert. Aus Weylins Sicht lese ich immer noch gerne, da ich finde, dass er einer der spannendsten Charaktere in diesem Buch ist, aber die anderen? Puh. Ich kann einfach nicht viel mit ihnen anfangen. Larkin hat zwar ein paar Pluspunkte gesammelt, weil er endlich aufgehört hat Freya als seine Göttin zu bezeichnen und sie als den Menschen sieht, der sie ist, aber ansonsten finde ich ihn immer noch langweilig. Ceylan könnte ein cooler Charakter sein, aber ihr hing immer noch nach, dass ich sie im ersten Band so nervig fand, weil sie sich permanent selbst überschätzt hat. Das war hier zwar besser, allerdings hatte sie sonst auch wieder herzlich wenig zu der Handlung beigetragen, was ich glaube ich auch schon im vorigen Band so empfunden habe. Warum ich Freya nicht so mag, kann ich gar nicht so genau sagen, es ist einfach so und mit Kheeran kann ich ehrlich gesagt auch wenig anfangen. Beides sind eigentlich sehr privilegierte Figuren in dieser Welt und auch wenn sie das bis zu einem gewissen Grad wahrnehmen, so beschweren sie sich gefühlt doch in einer Natur darüber, wie schwer sie es haben. Vielleicht klingt das etwas hart, aber mir gingen die beiden etwas auf den Keks.

Die Handlung

Schreibstil also nicht so mein Ding, die Charaktere ebenfalls nicht. Das waren Dinge die ich wusste und mit denen ich gerechnet habe. Ich empfand den ersten Teil von »Die Krone der Dunkelheit« als typischen Einsteiger in eine Reihe: Es wurde einiges erzählt und in die Welt eingeführt, aber passiert ist nicht so wirklich viel. Deshalb hatte ich darauf gesetzt, dass der zweite Band handlungstechnisch stärker werden würden, immerhin bewegt man sich zumindest schon auf die Mitte der Reihe zu, die ja um einen Band verlängert wurde. Aber Fehlanzeige. Tatsächlich empfand ich »Die Krone der Dunkelheit: Magieflimmern« als noch schlimmer als den ersten. Beziehungsweise, was heißt schon schlimm: Es ist einfach nichts passiert.

Man sollte meinen die Handlung spitzt sich langsam aber sicher zu, aber viel mehr wird sich immer wieder in zu vielen Wechseln zwischen den Charakteren verloren, sodass kaum ein roter Faden zustande kam und die Handlung wirklich nur sehr, sehr gemächlich voran kam.
Während ich die Geschehnisse in Nihalos noch am spannendsten fand, waren die Kapitel aus Freyas, Larkins und Elroys Sicht – auch wenn ich über letzteren ganz gerne gelesen habe – recht ermüdend, weil sich bis zum Ende nicht absehen lässt, wohin sie führen. Sie fühlen sich fast schon überflüssig an. Ich wünschte es würde sich ein deutlicherer roter Faden in der Handlung erkennen lassen.

Gleichzeitig hatte ich große Probleme damit, dass gefühlt alles, was einen vermutlich überraschen sollte, vorhersehbar war. Sobald ich eine Vermutung bezüglich den Intentionen eines Charakters hatte, habe ich mir das an den Rand geschrieben und eigentlich alles hat sich später bestätigt, was einfach ärgerlich ist. So kommt keine Spannung auf. Ich hätte mir ein paar Plot Twists gewünscht, die ich nicht schon mehrmals gesehen habe und demnach leicht errate. Ja, das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich einfach schon sehr viel gelesen habe, aber bei einigen Dingen fühlte man sich fast für dumm verkauft, weil es so offensichtlich war.

Letztendlich fand ich nur die letzten rund zwanzig Seiten spannend, die mich zugegeben neugierig auf den nächsten Band werden lassen, in dem dann hoffentlich endlich, endlich mal etwas passiert, aber das macht die restlichen hundert Seiten halt irgendwie auch nicht besser.

»Die Krone der Dunkelheit: Magieflimmern« war einfach nicht mein Buch. Wie gesagt, ich hätte es mir denken können, weil ich die Charaktere und den Schreibstil schon im ersten Band nicht sonderlich gerne mochte, aber die Handlung hätte einiges rausreißen können. Hätte. Hat sie aber für mich nicht. Ich habe mich durch die Bank weg gelangweilt und ich weiß noch nicht, ob die letzten paar Seiten, die ein bisschen was rumgerissen haben, genügen, dass ich diese Reihe fortsetzen möchte. Für mich war dieses Buch – so leid es mir tut – eine Enttäuschung.


Autor/in: Laura Kneidl
Seiten: 608
Verlag: Piper
Sprache: Deutsch
Übersetzung: /
Reihe: Die Krone der Dunkelheit #2
Wertung: 1 Stern

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