Recently Read #3 – Klassiker

Ich hatte mir ja vorgenommen dieses Jahr (endlich) mal zu ein paar Klassikern zu greifen, die ich schon länger im Blick oder sogar im Regal stehen habe. Und was soll ich sagen? Ich bin irgendwie etwas stolz auf mich, dass ich bisher tatsächlich schon vier Stück gelesen habe und um die soll es heute gehen.

Anne of Green Gables – L. M. Montgomery

Den Anfang machen durfte »Anne of Green Gables«, das ich mir Ende Februar gekauft und dann auch gleich angefangen habe zu lesen. Ich dachte es wäre eine gute Idee mit einem Kinderbuchklassiker anzufangen, weil der vielleicht sprachlich nicht so fordernd ist wie andere Klassiker auf meiner Liste und ich denke das war eine gute Entscheidung.

»Anne of Green Gables« hat mich beim Lesen zwar nicht vollkommen aus den Socken gehauen, aber je länger ich im Nachhinein über das Buch nachgedacht habe, umso lieber mochte ich es.
Anne ist einfach eine so sympathische Erzählerin. Ich musste mich ein bisschen an ihre super langen Monologe und ihre teilweise dramatische Art gewöhnen, aber ihre charmante, zauberhafte Art haben es mir dann doch leicht gemacht sie ins Herz zu schließen und ich hatte wirklich viel Spaß dabei sie ein Stück weit aufwachsen zu sehen.
Das Buch hatte hier und da für mich seine Längen, aber nichtsdestotrotz war es insgesamt ein richtig schönes Kinderbuch, dessen zweiten Band ich irgendwann auf jeden Fall lesen möchte.

Frankenstein – Mary Shelley

Klassiker Nummer zwei dieses Jahr war »Frankenstein«, das ich mir im Januar zusammen mit »Romantic Outlaws« von Charlotte Gordon gekauft habe. Letzteres als Lektüre vorweg, damit ich ein bisschen mehr über Mary Shelley weiß und nicht vollkommen unwissend an »Frankenstein« herangehen muss. (Und letztendlich fand ich die Biographie über Mary Shelley fast interessanter als das Buch an sich. Ups? Wobei beides natürlich auch ein wenig zusammenspielt.)

Wovon ich bei »Frankenstein« am positivsten überrascht war, war, wie leicht es zu lesen ist. Ich hatte erwartet viel mehr Probleme mit dem Englisch zu haben, aber tatsächlich viel es mir recht leicht das Buch zu lesen.
Das Thema war auf jeden Fall interessant; ich hatte im Vorfeld keine Ahnung, was ich von der Handlung erwarten sollte, da ich nur den Aufhänger der Story kannte, aber sonst nicht so wirklich wusste worum es geht. Die Erzählweise mit den Briefen hat mich zu Beginn verwirrt, aber letztendlich habe ich dann doch schnell in die Geschichte reingefunden.

Kennt ihr das, wenn ihr nicht unbedingt sagen wollt, dass ihr ein Buch mögt, einfach weil die Hauptperson so doof ist? So ging es mir mit Frankenstein. Sowohl dem Buch, als auch Victor Frankenstein an sich. Ich mochte keine der Personen in diesem Buch, Frankenstein konnte ich gar nicht nachvollziehen, die Reaktion seines »Monsters« auf ihn dann schon eher. Trotzdem gefiel mir die Thematik insgesamt wirklich gut, das Buch lies sich recht leicht lesen, weshalb es sich denke ich super als „Einsteiger-Klassiker“ eignet und ich bin froh dieses Buch jetzt von meiner Leseliste streichen zu können, denn es stand schon ziemlich, ziemlich lange drauf.

The Great Gatsby – F. Scott Fitzgerald

»The Great Gatsby« musste ich bereits in der elften Klasse im Englischunterricht lesen und fand das Buch damals schon unglaublich toll, nachdem ich ein paar Probleme mit der Sprache zu Beginn hatte. Die hatte ich dieses Mal nicht, allgemein kam mir das Buch beim zweiten Lesen viel kürzer vor als beim ersten, aber dafür liebe ich es jetzt auch noch mehr.
Ich mag die vielen kleinen Details, die Fitzgerald in seinem Werk versteckt hat, die Symbole und Metaphern. Ich liebe das Setting, das New York der 20er Jahre, die hier gar nicht mal so golden waren. Ich finde sowohl die Zeit, als auch die Charaktere unglaublich interessant.
Letztendlich mag ich wohl einfach das Gefühl, dass dieses Buch mir gibt. Es war einer der ersten Klassiker, die ich wirklich mochte und hat allein deshalb einen Platz in meinem Herzen. Es ist irgendwie ein Lieblingsbuch, obwohl ich gar nicht so genau sagen kann, was genau ich daran so liebe. Die Charaktere an sich? Nicht unbedingt. Wie Fitzgerald sie beschreibt? Durchaus. Und letztendlich gefällt mir auch die Hoffnung, die dieses Buch ausstrahlt, obwohl das Ende eigentlich alles andere als hoffnungsvoll ist. Für mich fühlt sich »The Great Gatsby« immer ein bisschen an wie Sommerferien, eine kleine Blase Glück auf Zeit, in der man einfach freie Tage und gutes Wetter genießen konnte, die irgendwann aber unweigerlich platzt.

Rebecca – Daphne du Maurier

Ich habe so viel Gutes über »Rebecca« und Daphne du Maurier im Allgemeinen gehört, dass ich einfach nicht anders konnte als zu diesem Buch zu greifen, das gefühlt in jeder Rezension in den Himmel gelobt wird.
Hat mir »Rebecca« gut gefallen? Auf jeden Fall. Ist es ein Lieblingsklassiker? Ich glaube nicht. Obwohl ich das letzte Drittel des Buches richtig, richtig gelungen fand. Also vielleicht doch ein Liebling, auch, wenn ich den Mittelteil fast schon etwas schleppend fand. Dafür war das letzte Drittel unfassbar gut, ich habe so mitgefiebert, war mir nicht sicher was für ein Ende ich mir für die Charaktere wünsche und hach, es war großartig. Wirklich. Den letzten Seiten, keine Ahnung, hundert Seiten oder so würde ich fünf Sterne geben, aber wie gesagt, ich hatte einen Durchhänger im Mittelteil, bei dem ich mich gefragt habe, wo das alles hinführen soll und wann bitte was passiert? Und dann passierte alles auf einmal und ich war wieder begeistert.
Die Atmosphäre, die Daphne du Maurier, in »Rebecca« schafft hat mir so gut gefallen. Mysteriös, fast schon ein wenig gruselig und das hat einfach genau meinen Geschmack getroffen.


Highlight bisher war für mich glaube ich wirklich »Rebecca« (wenn mir mal von »The Great Gatsby« absehen, einfach weil das ein Buch ist, das genau meinen Geschmack getroffen hat. Ich lese im Augenblick »Far from the Madding Crowd« von Thomas Hardy und weiß noch nicht so wirklich was ich davon halten soll. Ich habe da nämlich ein ähnliches Problem wie bei »Pride and Prejudice«, auf das ich nach hundert Seiten keine Lust mehr hatte, einfach weil nichts wirklich passiert und einfach nur viele Alltagsdinge beschrieben werden. Diese Art von Geschichte ist glaube ich einfach nicht so mein Fall wie zum Beispiel »Rebecca«, das ich richtig spannend fand. Sowohl bei Austen, als auch bei Hardys Büchern, habe ich bisher das Problem, dass ich einfach keine Ahnung habe wohin diese Geschichten führen. Es könnte alles oder nichts passieren und dieses absolute im Dunkeln herum tappen und über den Alltag der Figuren lesen gefällt mir bisher einfach nicht so gut. Was nicht heißt, dass ich diese Bücher nicht mag, aber eben auch nicht so gerne wie andere Klassiker, die ich schon gelesen habe. Deshalb möchte ich unbedingt noch mehr von Daphne du Maurier lesen, genauso wie von F. Scott Fitzgerald, von dem ich mittlerweile eine Kurzgeschichtensammlung im Regal stehen habe, auf die ich schon sehr gespannt bin.

3 thoughts on “Recently Read #3 – Klassiker

  1. Das mit Frankenstein ist mir ähnlich gegangen, mochte dort die Charaktere auch nicht wirklich, doch die Erzählweise und die Thematik wussten zu überzeugen. Die erwähnte Biographie von dir werde ich auf meine Leseliste packen. Der große Gatsby habe ich vor Jahren gelesen und war einer der ersten Klassiker, die ich freiwillig gelesen habe. Und ich habe mich irgendwie in das Buch verliebt und weiß nicht genau warum, vielleicht wird es mal Zeit es im orginal zu lesen 🙂

  2. Oh ich liebe Anne of Green Gables. Hast du auf Netflix schon mal in die serie Anne with an E reingeschaut? Großartige Umsetzung!

    Liebe Grüße
    Chrissi

  3. Hey ^^
    Frankenstein und The Great Gatsby stehen noch auf meiner Klassikerleseliste, aber von Rebecca habe ich irgendwie noch nie gehört …
    Ich werde mal ein wenig recherchieren. Dir kann ich aber sehr empfehlen, Pride and Prejudice eine zweite Chance zu geben. Die zweite Hälfte des Buches ist ganz anders als die erste 😉

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