5 Sterne, Allgemein, New Adult, Rezension, Tina Köpke

Rezension || 175 Tage mit dir – Tina Köpke

Wisst ihr was für ein Buch heute erscheint? Ganz genau, dieses Schmuckstück hier.

Ich hatte erneut das große Glück wie auch schon von dem Vorgänger 125 Tage Leben ein Rezensionsexemplar zu erhalten, weshalb ich das Buch bereits im Juli lesen durfte – was mich riesig gefreut hat, denn 125 Tage Leben hat mir schon unglaublich gut gefallen und nach dem Ende war ich definitiv gespannt auf Rileys Geschichte.

 

Und was soll ich sagen? Tina Köpke hat mich keinesfalls enttäuscht. Eher im Gegenteil, 175 Tage mit dir hat für mich noch einen drauf gesetzt, seinen Vorgänger noch einmal übertroffen.

 

Aber ehe ich mich in meiner Euphorie für dieses Buch verliere, erstmal:

 

Kurz gesagt geht es um Amelia und Riley. Erstere ist vom College geflogen ist und muss jetzt irgendwie ihr Leben in den Griff kriegen und den Schein wahren brav weiter vor sich hin zu studieren, denn ihre Familie weiß noch nichts von ihrem kleinen Unglück. Da kommt ihr das zufällige Kennenlernen mit Riley gerade recht, denn der sucht einen weiteren Mieter für seine WG und schnell werden die beiden nicht nur Mitbewohner, sondern Freunde, wobei Amelias abenteuerlustige Art ihrer beider Leben ein wenig durcheinander bringt.

 

Ich erwähnte ja oben bereits, dass ich total begeistert von 175 Tage mit dir bin und das hat einen ganzen Haufen Gründe. Fangen wir mit dem offensichtlichsten und oberflächlichsten an und das ist das Cover. Ja, ich weiß. Das hat nichts mit der Geschichte an sich zu tun, aber ich liebe einfach die Farbgebung und hey passt die gut zu meinem Blog und dass die einzelnen Bilder zur Geschichte passen, dass die Charaktere optisch mit den Beschreibungen übereinstimmen und einfach, dass es nicht so vollkommen 0815 ist. Ganz große Cover-Liebe hier.

 

Aber schön, bewegen wir uns weg von der Aufmachung des Buches und kommen zum Inhalt.

Der erste Pluspunkt an 175 Tage mit dir und der Hauptgrund, weshalb ich mich so darauf gefreut habe, war die Rückkehr nach Little Springs, Colorado. Denn die Stadt ist mindestens so malerisch wie ihr Name klingt und versprüht einfach diesen gemütlichen Kleinstadt-Flair, den man aus vielen Serien und Filmen kennt. Kurz: Ich liebe Little Springs und in diesen Ort und zu seinen Charakteren zurückzukehren hat wahnsinnig Spaß gemacht. Da Riley sich eine WG mit Harper und Grace teilt, waren die beiden logischerweise häufig mit von der Partei, genauso wie Liam und Jacob, was mir wirklich gut gefallen hat, denn das ist ja das schöne an unabhängigen Folgebänden: Man sieht wie es mit alten, geliebten Charakteren weitergeht.

 

Während mit Amelia ein neuer Charakter eingeführt wird, konnte man Riley bereits in 125 Tage Leben kennenlernen, wo er bereits äußerst sympathisch war und in dieser Hinsicht hat sich meine Meinung definitiv nicht geändert, sondern vielmehr wurde sie noch einmal bestätigt. Riley ist einfach ein guter Kerl, im Vergleich zu Amelia eher ein ruhigerer Typ und mit seiner freundschaftlichen Art einfach durch und durch sympathisch. Allerdings hat er auch ein kleines  Geheimnis, das ihm ein wenig Probleme bereitet – wie gut, dass er Amelia zur Unterstützung hat. Ich mochte Riley jedenfalls sehr gerne und es wundert mich kaum, dass Amelia seinem Charme langsam aber sicher erlegen ist.

 

Amelia ist anders als Riley sehr abenteuerlustig und zieht Ärger fast schon magisch an. Sie ist ein wenig draufgängerisch und definitiv keine typische, schüchterne Erzählerin, wie es sie häufig in New Adult Romanen gibt. Amelia genießt das Leben, macht das Beste draus und war insgesamt einfach nur eine coole Socke, die eigentlich einen ganz weichen Kern hat.

Was ich besonders interessant fand, war, dass Amelia bisexuell ist, da dies ein Thema ist, das in Young und New Adult Romanen eher weniger behandelt wird – oder ich lese einfach die falschen Bücher. Abgesehen davon haben Amelia und ihre Schwester zwei Väter, was ebenfalls eine spannende Familienkonstellation war – und eine sehr liebenswerte, denn sowohl Amelias Schwester Taylor, als auch ihre Väter, fand ich allesamt großartig als Nebencharaktere. So gerne ich auch über komplizierte Familien lese, so schön ist es auch, wenn man eine harmonische Dynamik zwischen den Familienmitgliedern erkennen kann.

 

175 Tage mit dir ist mit 258 Seiten recht kurz und ich gebe zu, dass ich zunächst skeptisch war, denn ich habe mich gefragt, wie so wenig Seiten ausreichen sollen um den Charakteren gerecht zu werden. Aber diese Sorge war mehr als unbegründet, denn Amelias und Rileys Geschichte ist nicht sonderlich komplex. Was ich im positivsten Sinne meine und keinesfalls so, wie das gerade klingt. Was ich mit nicht sonderlich komplex meine, ist, dass die beiden keine hundert Hürden überwinden müssen, ihnen werden nicht dauernd durch das Leben Steine in den Weg gelegt, viel mehr begleitet man die beiden dabei, wie sie jeweils eine vergangene Beziehung verarbeiten und an den Erfahrungen wachsen. Sowohl Riley, als auch Amelia, schleppen emotional ein wenig Ballast mit sich herum, den sie aufarbeiten müssen, wobei sie sich teilweise gegenseitig eine tolle Stütze sind, was richtig schön zu lesen war.

 

Was 175 Tage mit dir besonders macht ist vor allem, dass es aus dem typischen Handlungsmuster eines New Adult Romans gerade zu Beginn ausbricht. Zwar sind Riley und Amelia beide im College-Alter, aber besonders bei Amelia bekommt man das nicht so mit, da sie im Augenblick in einer Autowerkstatt arbeitet, um die Zeit zu überbrücken, bis sie weiter studieren darf, nachdem sie von der letzten Uni geflogen ist. Allein schon dadurch werden viele Klischeefallen umgangen, während gerade gegen Ende in einige hinein getappt wird – was aber gar nicht schlimm ist, denn a) kann man schließlich das Rad nicht neu erfinden und b) war das Ende einfach so logisch und stimmig, dass es mir wirklich nichts ausgemacht hat.

Was ich ebenfalls sehr angenehm fand, war (und das ist mir auch schon in 125 Tage Leben aufgefallen) dass man zwar merkt, dass es sich hierbei von der Altersgruppe und auch dem Inhalt um New Adult handelt, man aber nicht mit Sexszenen erschlagen wird, wie ich es leider schon zu oft gelesen habe. Vielmehr wird hier an den richtigen Stellen ein Cut gesetzt, man bekommt keine seitenlangen Beschreibung, die sich gefühlt immer wiederholen, sondern genau die richtige Menge Informationen, dass man sich seinen Teil denken kann, was durchaus angenehm zu lesen war.

 

175 Tage mit dir überzeugt vor allem durch starke Charaktere, wobei besonders Protagonistin Amelia mit ihrer coolen Art einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ihr Gegenstück Riley hingegen ist purer Zucker, man muss ihn einfach gern haben. Ehrlich, das geht gar nicht anders. Letztendlich macht für mich einfach das Gesamtbild das Buch so gut. Mit 258 Seiten ist das Buch kurz und knackig, hat keine Längen, gibt den Charakteren aber genug Raum um sich zu entwickeln und selbstverständlich ist das Setting wieder einmal ein Traum. Auch wenn ihr New Adult eher weniger lest kann ich euch 175 Tage mit dir nur ans Herz legen, denn es ist tatsächlich kein „typischer New Adult Roman“, sondern hält immer wieder kleine Überraschungen bereit, die das Lesen zur reinsten Freude werden lassen. Sonst hätte ich das Buch auch kaum an einem Tag verschlungen, sobald ich es in den Händen gehalten hatte. 

 


Autor/in: Tina Köpke 

Seiten: 258

Verlag: Romance Edition 

Sprache: Deutsch 

Reihe: 2/2 
(können aber unabhängig voneinander gelesen werden)

Wertung: 5 Sterne

2 thoughts on “Rezension || 175 Tage mit dir – Tina Köpke

  1. Ich will dieses Buch endlich lesen! AAAARGGS.

    Hallo nochmal. Ja, ich bin etwas frustriert, weil überall die Rezensionen zu diesem Buch aus dem Boden schießen und jeder es zu lieben scheint und mein Exemplar ist noch nicht da. *schnief* – Frizzi ist heute etwas melodramatisch drauf –

    Auf jeden Fall klingt es richtig gut, auch wenn ich Amelia in der Leseprobe noch nicht so ganz überzeugend fand und angesichts der knappen Seitenzahl wirklich gespannt auf die Darstellung bin. Tinas Figuren waren bisher ja immer sehr präsent, es kann also gut funktionieren, aber dennoch bin ich etwas skeptisch. Das letzte Buch, das so kurz war, war irgendein Teil der Losing-It-Reihe von Cora Carmack und die mochte ich gar nicht.

    Dass die Handlung nicht wahnsinnig komplex sein soll, finde ich gerade jetzt richtig passend, im Herbst braucht man neben der tiefschürfenden Fantasy keine oberdramatischen Liebesromane, sondern etwas Kuscheliges, finde ich.

    Deine Rezension hat meine Vorfreude jedenfalls noch einmal richtig gesteigert, ich drücke mir ganz fest die Daumen, dass es nächste Woche ankommt.

    1. Das kann ich so gut verstehen, ich bin auch immer suuuper ungeduldig, wenn meine Bestellungen auf sich warten lassen und nerve damit alle um mich herum 😀
      Ich war mir anfangs auch nicht sicher, ob ich Amelia mögen würde, aber nach den ersten paar Seiten hat sich das dann doch recht schnell gelegt und sie konnte mich mit ihrer Art überzeugen 🙂
      Dass du skeptisch aufgrund der Länge bist kann ich ebenfalls gut nachvollziehen, war ich wie ich geschrieben hatte ja auch, aber ich für mich fand, dass mehr Seiten das Buch unnötig in die Länge gezogen hätte und es so kurz und knackig war – ich bin aber sehr gespannt, ob du das auch so siehst und wie du das Buch findest. Dementsprechend drücke ich mal mit die Daumen, dass es ganz bald den Weg zu dir findet 🙂

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