Allgemein

Rezension || At your Side – Nina Bilinszki

 

Heute stelle ich euch einen New Adult Roman vor und zwar At your Side von Nina Bilinszki. Ich folge der Autorin auf Twitter, was der Hauptgrund war, wie ich überhaupt auf dieses Buch aufmerksam geworden bin – aber deshalb war ich aber eben auch umso gespannter drauf und konnte es mir nicht verkneifen das Buch bei Netgalley anzufragen. In dem Sinne vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

 

At your Side erzählt die Geschichte von Emma und Jaxon, die beide nicht ganz sorgenfrei durch die Welt gehen. Beide haben keine leichte Vergangenheit, was vielleicht ausgerechnet der Grund ist, warum sie sich von Anfang an zueinander hingezogen fühlen. Aber reichen ihre Gefühle aus um die Vergangenheit zu bewältigen und nach vorne schauen zu können?

 

Klingt nach einem typischen New Adult Roman? War es irgendwie auch. Leider.

Ich weiß nicht warum ich immer so ein schlechtes Händchen für Bücher habe, die ich bei Netgalley anfrage, aber Emmas und Jaxons Geschichte hat mir nicht so zugesagt, wie ich gehofft hatte.

Es ist nicht so, dass mir das Buch absolut nicht gefallen hat, aber ich hatte hier und da meine Probleme, angefangen mit dem Schreibstil, mit dem ich mich nicht so wirklich anfreunden konnte, da ich mich so irgendwie nicht so richtig in dem Buch verlieren konnte. Beide Hauptpersonen machen einiges durch, aber der Schreibstil hat keinerlei Emotionen bei mir hervorgerufen, ich konnte nicht wirklich mit Emma und Jaxon mitfühlen; zumindest nicht so, wie ich es gerne gewollt hätte.

At your Side wird sowohl aus Emmas, als auch aus Jaxons Sicht erzählt und oft genug wusste ich eigentlich gar nicht, wer eigentlich gerade dran ist mit erzählen, was gerade zu Beginn zu einigen Verwirrungen geführt hat. Dazu kam, dass ich das Gefühl hatte, dass die Autorin zwar über jugendliche Charaktere schreibt, aber es eben auch ein wenig gewollt jugendlich wirkte und stellenweise habe ich mich gefragt, wer heutzutage eigentlich so spricht. Zumindest keine um die 20-jährigen die ich kenne. Keine Ahnung wann ich das letzte Mal jemanden das Weit Hänfling habe verwenden hören, um ein Beispiel zu nennen. Außerdem – belehrt mich gerne eines besseren – glaube ich nicht, dass junge Leute  Patrick Swayze in Dirty Dancing anschmachten. Ich mag den Film auch gerne, aber weniger weil ich den Schauspieler anhimmeln will. Keine Ahnung, aber das erschien mir einfach nicht zeitgemäß.

Weiterhin haben mich Kleinigkeiten gestört, wie dass die Charaktere über einen Kinofilm reden, den sie noch sehen wollen, bevor er aus den Kinos raus ist, welcher von 2014 ist und gleichzeitig wird über den Tod eines Sängers gesprochen, der 2017 gestorben ist. Oder alle benutzen wie selbstverständlich WhatsApp, was bei uns zwar weit verbreitet ist, in den USA, wo das Buch nun einmal spielt, aber kaum genutzt wird. Wie gesagt, das sind Kleinigkeiten, aber ein wenig gestört haben sie mich dennoch, rein der Logik wegen.

 

Aber genug davon, kommen wir zu ein paar positiven Punkten:

Zwar konnte mich der Schreibstil nicht vom Hocker reißen und die Handlung bedient einige Klischees, aber dennoch waren Jaxon und Emma mir größtenteils nicht unsympathisch. Ich sage hier größtenteils, denn es gab so ein, zwei Punkte, an denen ich Jaxon wirklich gerne geschüttelt hätte, weil sein Verhalten mir dämlich vorkam. Einmal am Anfang und einmal am Ende, was logischerweise blöde Zeitpunkte sind, weil er gerade gegen Ende nichts mehr gut machen konnte.

Insgesamt habe ich Emma und Jaxon zwar nicht unbedingt ins Herz geschlossen, aber sie waren als Charaktere interessant genug, damit ich am Ball blieb. Beide haben keine leichte Vergangenheit, Jaxon hat es in diesem Fall noch schlimmer als Emma erwischt, der Fokus des Buches lag eindeutig auf seiner Geschichte. Dieses Schicksal wünscht man keinem und gerade, dass Jaxon meistbietend recht offen mit Emma geredet hat, hat mir gut gefallen.

Für meinen Geschmack haben die beiden etwas schnell zueinander gefunden, dafür hielt sich das Drama zwischen Emma und Jaxon aber in Grenzen. Fast von Anfang an waren beide recht ehrlich miteinander, haben versucht über ihre Probleme zu reden und anschließend später versucht die Vergangenheit zusammen zu bewältigen. Wie verständnisvoll Emma und Jaxon miteinander umgegangen sind, ohne zu urteilen, sondern einander eigentlich immer nur unterstützt haben fand ich sehr angenehm zu lesen. Klar, auch die beiden hatten ihre Probleme, hatten Angst, was der andere denkt, wenn sie alles erzählen, jedes unschöne Detail, aber nichtsdestotrotz haben die beiden sich letztendlich meist zügig zusammengerauft und waren ein tolles Team.

 

Dadurch, dass Emma und Jaxon sich recht schnell darüber klar sind, was sie voneinander wollen und anfangen über ihre Vergangenheit zu sprechen kommen nur wenig Längen zustande. Man muss nicht lange rätseln was den Charakteren passiert ist, das bekommt man recht schnell heraus, man begleitet sie viel mehr dabei, wie sie mit der Situation besser umzugehen lernen, was ich sehr schön fand, da es ein wenig Abwechslung im Vergleich zu vielen anderen romantischen Geschichten bringt, die einen sehr lange im Dunkeln tappen lassen.

 

At your Side erfindet das Rad nicht neu. Obwohl ich Jaxons Hintergrundgeschichte in dieser Art noch nicht gelesen habe und sie auch sehr beklemmend zu lesen fand, so konnte sie mich dennoch nicht vom Hocker reißen, hat trotz ihrer erschreckenden Wirkung kaum Eindruck bei mir hinterlassen. At your Side ist kein schlechtes Buch, es ist nicht problematisch oder schlecht geschrieben oder sonst was, aber es war einfach nichts für mich. Es hat einfach nicht Klick gemacht, dafür haben mich zu viele kleinere Dinge gestört.

 

Autor/in: Nina Bilinzski 

Seiten: 328 

Verlag: Forever 

Sprache: Deutsch 

Reihe: /

Wertung: 3 Sterne

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.