„Hörbücher sind nicht mein Ding!“

… habe ich immer gesagt. Ich war noch nie ein Hörbuch-Mensch. Es hat mir nie sonderlich viel Freude bereitet stundenlang einfach da zu sitzen und jemandem zuzuhören, wie er ein Buch vorliest, das ich doch genauso gut auch selbst lesen könnte.

Dabei kann ich mich noch gut daran erinnern, dass ich als Kind immer eine CD zum Einschlafen gebraucht habe. Ich habe gefühlt jeden Abend die gleiche Geschichte wieder und wieder gehört und irgendwann gab es dann eine neue CD. Aber das waren eben auch keine Hörbücher in dem Sinne, sondern kurze Geschichten wie Bibi Blocksberg oder Elea Eluanda oder wie sie alle hießen.

Aber richtige Hörbücher? Nein, die habe ich nie gerne gehört. Und es liegt nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte. Mehrmals hatte ich mir aus der Bücherei Hörbücher ausgeliehen und habe immer wieder feststellen müssen, dass ich enttäuscht worden bin.
Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, mag das daran gelegen haben, dass ich mir immer Hörbücher rausgesucht hatte, die ich bereits gelesen hatte. Vor dem Hintergrund, dass ich oft mit den Gedanken abschweife und dachte, dass ich nichts mitbekommen würde, wenn ich eine Geschichte hörte, die ich noch nicht kenne.

Zugegeben, die Hörbücher zu der Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier haben mir damals sehr gut gefallen, aber sie waren auch so ziemlich die einzigen. Jedes andere Hörbuch hat mich maßlos enttäuscht. Bei Göttlich verdammt wurden meine Lieblingsszenen gekürzt, Harry Potter konnte ich mir nicht antun, weil ich – und damit stelle ich wohl eine Minderheit dar – Rufus Beck als Sprecher nicht ausstehen kann. Ich habe noch ein paar andere Hörbücher ausprobiert, aber keines hat mir wirklich gefallen.

Weshalb ich zu dem Schluss gekommen bin, dass ich einfach kein Hörbuch-Mensch bin.

Aber hey, wisst ihr was?
Das ist Unsinn.

Vor etwa einem Dreiviertel Jahr habe ich angefangen (mal mehr mal weniger regelmäßig) joggen zu gehen und ich wollte unbedingt ein Hörbuch dafür haben, etwas, das mit ablenkt und nicht dafür sorgt, dass ich mitsingen will.

Das Problem? Hörbücher sind wahnsinnig teuer. Zumindest die meisten für die ich mich interessiere. Der Preis war oft genug ein Grund, weshalb ich davor zurückgeschreckt bin zu einem Hörbuch zu greifen, es zumindest noch einmal zu versuchen. Ich habe mit Audible geliebäugelt, fand es aber doof, dass ich mir die Hörbücher nicht auf meinen MP3-Player laden konnte, den ich zum Laufen mitnehme, weil er klein und leicht ist und nicht so in meiner Jackentasche schwer rumhängt wie mein Handy.

Als ich dann doch einmal ein günstiges Hörbuch gefunden hatte, habe ich gleich zugegriffen und festgestellt, dass es doch sehr viel Spaß machen kann sich ein Buch vorlesen zu lassen.

Wenn der Preis stimmt.
Wenn der Sprecher stimmt.
Und wenn die Geschichte stimmt.

Ich habe es danach noch mit einem weiteren versucht, von dem ich wieder maßlos enttäuscht gewesen bin. Ich habe das Projekt Hörbuch schon wieder so gut wie aufgegeben gehabt, habe gedacht das eine, das mir gefiel, war ein seltener Glücksgriff.

Während des Semesters wohne ich in einer Zweck-WG im Wohnheim und obwohl ich es dort sehr gerne mag, verbringe ich viel Zeit auf meinem Zimmer (wenn ich nicht in der Uni bin). Aber ich mag es auch nicht, wenn es still ist. Gerade wenn ich esse oder koche oder sauber mache mache ich mir gerne Netflix oder ein YouTube Video an, was ich auf Dauer aber auch nicht mag.

Abwechslung musste her.
Und ich habe begonnen mich noch einmal mit Audible auseinander zu setzen. Habe hin und her überlegt, habe mich noch einmal mit Hörbuchpreisen auseinander gesetzt, darüber nachgedacht ob ein Abo sich wirklich für mich lohnen würde. Aber hey, ich fahre fast einmal im Monat vierhundert Kilometer nach Hause und die auch wieder zurück, womit ich schätzungsweise acht Stunden unterwegs bin – da kann man schonmal ein Hörbuch hören.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen den Probemonat auszuprobieren und habe mir „The Gentlemans Guide To Vice And Virtue“ von Mackenzi Lee ausgesucht. Das Buch wurde zu dem Zeitpunkt in englischen Bloggerkreisen enorm gehyped und ich habe vermehrt gehört, dass auch das Hörbuch richtig toll sein soll.

Und was soll ich sagen? Ich glaube ich habe noch nie so schnell ein Hörbuch gehört. Zum einen, weil TGGTVAV ein absolut fantastisches Buch ist, aber auch, weil der Sprecher wirklich tolle Arbeit geleistet hat.

Ich war also angefixt.
Habe das Abo weiterlaufen lassen und mir im nächsten Monat ein neues Buch rausgesucht, das mir zwar nicht so gut gefallen hat, trotz, dass ich die Hörprobe gehört habe, aber dafür konnte ich die Zurückgeben-Funktion austesten, die Audible anbietet und die ich absolut genial finde!
Das Hörbuch gefällt dir nicht? Kein Problem! Gib es zurück und suche dir ein Neues aus. Oder in meinem Fall zwei, denn es gibt auch Hörbücher für ein halbes Guthaben. Oder Angebote, sodass ich die Grisha-Trilogie von Leigh Bardugo für knapp 10€ habe erwerben können, was wirklich nicht viel ist, wenn man sich überlegt, was Hörbücher sonst kosten.

Ebenfalls eine geniale Funktion von Audible, die ich gerade noch am Austesten bin ist WhisperSync.
Wenn man sowohl das Hörbuch, als auch das eBook, gekauft hat, kann man gleichzeitig hören und lesen. WhisperSync springt einfach an die Stelle im Hörbuch an der man aufgehört hat zu lesen oder eben an die Stelle im Buch an der man aufgehört hat zu hören. So simpel und ich bin dennoch hin und weg, wie gut diese Funktion funktioniert – da war ich nämlich etwas skeptisch, bis ich sie ausprobiert habe.

Das Fazit dieses ganzen Beitrags?
Ich habe mich endlich in Hörbücher verliebt.
Ich finde es richtig toll auch „lesen“ zu können, wenn man gerade eigentlich gar keine Zeit hat um „richtig“ zu lesen, wie wenn man gerade unterwegs ist – ich höre zum Beispiel nämlich auch gerne ein paar Minuten, wenn ich auf dem Weg zur Uni und zurück bin. Ich höre während ich koche und ich höre während ich an meinem Bullet Journal arbeite.
Die einzige Zeit zu der ich nicht gerne höre ist zum Einschlafen, da ich da immer das Gefühl habe ich müsste wach bleiben, da ich sonst etwas verpasse, was den Prozess des Einschlafens nicht unbedingt fördert.

Obwohl ich es nie erwartet hätte, bin ich absolut angefixt.
Audible ist einfach so verdammt kundenfreundlich und auch die App finde ich sehr übersichtlich, sodass ich richtig Freude am Hören habe. Anfangs hatte ich befürchtet, dass ein Guthaben im Monat mir nicht reichen würde, aber bisher tut es das – zumal es auch nicht allzu weh tut, dass jedes weitere Hörbuch lediglich 9,95 € kosten würde. Das ist immer noch günstiger als ohne Abo und einer der Hauptgründe, weshalb Audible mich so überzeugen konnte.

Was ich mit diesem Post erreichen wollte?
Eigentlich nichts. Ich wollte nur über meine neu entdeckte Liebe (♥) zu Hörbüchern sprechen und euch daran teilhaben lassen. Vielleicht euch auch dazu bringen Hörbücher in Betracht zu ziehen, wenn es euch so geht wie mir noch vor ein paar Monaten.

Wie ist eure Einstellung zu Hörbüchern? Verteufelt ihr sie oder geht es euch wie mir jetzt? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.