[Rezension| Truly Devious – Maureen Johnson

Worum geht’s?

Stevie hatte schon immer etwas für Rätsel und Verbrechen übrig und der ungelöste Fall einer Entführung, die vor Jahrzehnten an ihrer neuen Schule, der Ellingham Academy, stattgefunden hat, interessiert sie ganz besonders, denn sie ist fest entschlossen das zu schaffen, was keiner vor ihr geschafft hat: Den Fall zu lösen. Doch erstmal muss sie sich an der Ellingham Academy einleben und nicht als die Verrückte mit der Vorliebe für Verbrechen abgestempelt werden, was sich als schwieriger herausstellt als erwartet – besonders, als ein weiteres tragisches Ereignis die Ellingham Academy heimsucht und Stevie sich sicher ist, dass irgendetwas an diesem Ort nicht mit rechten Dingen zugeht.

Meine Meinung

Truly Devious war eines dieser Bücher, das mich von der ersten Seite hat begeistern können – und mit der ersten Seite meine ich in diesem Fall die Widmung. Die lautet nämlich wie folgt:

For everyone who has ever dreamed of finding a body in the library.

Schon die Widmung versetzt einen in genau die richtige Stimmung, die einem in dem Buch erwartet. Truly Devious erzählt Stevie Bells Geschichte, die eine der sympathischsten Protagonistinnen ist, über die ich je gelesen habe. Als jemand der selbst seit… ja doch, fast seit Kindheit an gerne Crime Serien sieht und Freude daran hat, habe ich Stevie einfach von Anfang an sehr gut verstehen können und sie dementsprechend schnell ins Herz geschlossen. Manchmal hatte ich einfach das Gefühl sie spricht mir und meinem Krimi-liebenden-bei-jeder-Folge-miträtselnden Herz direkt aus der Seele.

Stevie Bell had a simple desire: She wanted to be standing over a dead body. She didn’t wanted to kill people – far from it. She wanted to be the person who found out why the body was dead, that’s all. She wanted bags marked EVIDENCE and a paper boiler suit like forensics wore. She wanted to be in the interrogation room. She wanted to get to the bottom of the case. Which was all well and good and probably what a lot of people wanted, if only people would be more honest. (S. 38)

Abgesehen von der Gegenwart und Stevies Geschichte gibt es allerdings noch einen zweiten Zeitstrang, der 1936 spielt und die Ereignisse der Entführung der Familie des damaligen Schulleiters und Gründers der Ellingham Academy etwas näher erläutert. Gerade die Szenen, die in der Vergangenheit spielten, haben mir besonders gut gefallen. Ich hatte regelrecht Kopfkino bei diesen Szenen und habe mich von der Stimmung her ein wenig an den Film Mord im Orient Express erinnert gefühlt. Das Buch muss ich immer noch lesen – Schande über mich -, aber nach dem Beenden von Truly Devious habe ich auch richtig Lust auf Geschichten à la Agatha Christie, denn Stevies Begeisterung war dann doch irgendwie sehr ansteckend.

Sowohl die Geschichte mit der Entführung, als auch das, was in der Gegenwart an der Ellingham Academy passiert fand ich ziemlich spannend und die Autorin hat einen tollen Job damit gemacht eine Geschichte zu erzählen, bei der man auch selbst mitdenken und -rätseln konnte – ich für meinen Teil war gegen Ende jedenfalls von den vorläufigen Ergebnissen von Stevies Ermittlung sehr überrascht. Zugegeben war das Ende sehr offen, für meinen Geschmack fast schon etwas zu offen, man wurde gerade endlich mal mit ein paar Informationen gefüttert und dann zack! Ende und die schönen Wörter to be continued. Sonderlich zufriedenstellend war das Ende nicht, aber es macht auf jeden Fall Lust auf mehr und auch wenn das Buch gerade erst erschienen ist, kann ich es jetzt schon nicht abwarten den nächsten Band in den Händen zu halten, denn Truly Devious hat regelrecht süchtig gemacht und ich möchte gerne so viel mehr davon.

Zugegeben habe ich allerdings ein klitzekleines Problem mit dem Buch gehabt oder genauer gesagt mit einem der Nebencharaktere. Obwohl ich Stevie liebe und auch die meisten Nebencharaktere äußerst sympathisch fand – allen voran Nate, der Stevie ein richtig guter Freund wird -, so gab es doch einen Charakter, über den man gefühlt nichts weiß und der sich sehr merkwürdig verhält, was auch Stevie auffällt, aber irgendwie ist er dennoch das Love Interest und das hat mich etwas gestört. Die Chemie zwischen Stevie und besagtem Charakter hat einfach nicht gestimmt, beziehungsweise kam mir ihre Interaktion teilweise etwas übereilt vor und ich wünschte wir würden mehr über diesen Charakter wissen, denn dann würde ich ihn vielleicht als weniger merkwürdig empfinden und besser verstehen können, aber so war er mir beim Lesen die meiste Zeit leider eher ein Dorn im Auge.

Aber abgesehen davon hatte ich mit Truly Devious so viel Spaß wie selten mit einem Buch. Es war einfach genau die Art Roman die ich generell sehr gerne mag, mit Elementen, die mir persönlich immer wieder gut gefallen, wie das Internat Setting, etwas abgeschottet auf einem Berg und mit Tunneln, die es zu erkunden galt. Die Verbrechen, die aufgeklärt werden müssen, das Sammeln von Hinweisen und im Dunkeln tappen. Ich habe (fast) jede einzelne Seite geliebt und kann Truly Devious jedem nur ans Herz legen, der ein wenig was für mysteriöse Verbrechen übrig hat, die es zu klären gilt.

Fazit? Ganz große Leseempfehlung, denn…

auch wenn Truly Devious durchaus seine Schwächen hier und da hat, so konnte der Auftakt dieser Trilogie mich dennoch größtenteils überzeugen und vor allem sehr begeistern, was vor allem an der sympathischen Protagonistin lag. Die Autorin erzählt eine Geschichte voller Spannung und kleinen Wendungen, lässt einen im Dunkeln tappen und zusammen mit Stevie rätseln. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe mir nach dem Beenden gewünscht, es wäre noch länger gewesen und ich hätte noch ein bisschen mehr Zeit in Stevies Welt verbringen können.

Infos

Autor/in: Maureen Johnson
Seiten: 416
Verlag: Katherine Tegen Books
Sprache: Englisch 
Reihe: Truly Devious #1
Wertung: 4 Sterne

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