[Rezension] Nevernight – Jay Kristoff

Worum geht’s? 

Mia Corvere war zehn Jahre, als sie ihre erste Lektion in Sachen Tod bekam – ihre Vater hingerichtet, ihre Mutter und ihr kleiner Bruder eingekerkert. Mia wächst in den Schatten der Republik Itreya auf und schwört, dass sie eines Tages Rache an denjenigen nehmen wird, die ihre Welt zerstört haben. Aber dafür muss sie zunächst lernen besser zu werden – besser im Töten – und das kann sie nur in der Roten Kirche, einer Schule, die Assassinen ausbildet. Doch die Ausbildung dort hält einige Prüfungen für Mia bereit, die sie zu bestehen hat und bei denen sie über sich selbst hinauswachsen muss, bevor sie endlich so weit ist Rache nehmen zu können.


Meine Meinung.

Holy Hell, was für ein Buch! Sagte sie und gab dem Buch trotzdem nur vier Sterne.
Nevernight ist eines dieser Bücher, um das ich irgendwie nicht drum herum kam. Als es erschienen ist habe ich gar nicht so viel davon mitbekommen, aber eine meiner Lieblingsyoutuberinnen hat ununterbrochen davon geschwärmt und insbesondere als vor kurzem die deutsche Edition und der Nachfolger Godsgrave rauskamen, waren meine Social-Media-Feeds überschwemmt damit.
Angefangen zu lesen habe ich das Buch tatsächlich schon Ende November letzten Jahres – allerdings habe ich nach den ersten hundert Seiten aufgegeben und es erstmal liegen lassen. Nicht, weil ich das Buch nicht mochte, sondern einfach, weil es sehr anstrengend zu lesen war.
Das liegt zum einen am Schreibstil des Autors, der auf der einen Seite absolut genial ist – man siehe sich nur das erste Kapitel an, ach was, man braucht nur das Vorwort lesen -, gleichzeitig benutzt er aber auch viele Wörter, die ich erstmal nachschlagen musste (ich habe das Buch auf englisch gelesen) und auch die Fußnoten haben mich arg gestört.
Ich würde das Buch definitiv nicht für Anfänger empfehlen, denn dann quält man sich nur selbst. Ich habe mittlerweile schon viele viele Bücher auf englisch gelesen, aber selten habe ich für eines so lange gebraucht wie für Nevernight. Was nicht heißt, dass ich die Erzählweise nicht auch zu schätzen wusste, denn sie war mal etwas anderes und durchaus interessant – wenn nur die Fußnoten nicht gewesen wären.
Wie ihr seht bin ich etwas zwiegespalten was Nevernight angeht.
Mia war eine unfassbar starke Protagonistin. Nicht unbedingt immer sympathisch und ganz anders als viele andere YA-Protagonistinnen, aber ich mochte sie. Sehr sogar. Ihre aufsässige Art, ihre harschen Kommentare, hinter denen eigentlich ein weicher Kern steckt. Mia ist nicht nur stark, weil sie Kämpfen und sich anderen gegenüber behaupten kann, sondern vor allem, weil sie überlebt und ihr Ziel immer vor Augen hat. Auch wenn es scheint, dass sie sich davon ablenken lässt, merkt man immer wieder, dass sie nur ein Ziel hat und das ist Rache.
Wenn das Buch eines nicht ist, dann ist es fröhlich. Ich würde es fast schon als schwere Kost bezeichnen.
Nevernight ist blutig und der Autor nimmt bei seinen Beschreibungen kein Blatt vor den Mund – was eines der Dinge ist, die das Buch eben ausmacht. Nichts wird beschönigt, wodurch sich alles sehr ehrlich anfühlt.

Die Handlung kam mir recht langsam vor, wenn auch nicht langatmig. Vielleicht lag es auch nur daran, dass ich sehr lange zum Lesen gebraucht habe. Nichtsdestotrotz habe ich im Nachhinein das Gefühl, das Buch hätte sich gelohnt. Durch einige Passagen habe ich mich ein wenig gequält, habe das Buch tagelang liegen lassen, bis ich mich dazu durchringen konnte weiterzulesen, aber irgendwo habe ich immer noch einen Funken Motivation gefunden weiterzulesen. Denn ich wusste, dass Jay Kristoff es immer wieder schaffen würde Spannung in die Handlung zu bringen oder Twists einzuwerfen, die ich nicht habe kommen sehen.


Fazit?

Nevernight schwankt für mich wirklich stark zwischen Dieses Buch ist ein verdammtes Meisterwerk und Gott, es war so anstrengend zu lesen.
Würde ich das Buch empfehlen? Auf jeden Fall. Denn wie gesagt, ich musste mich ein wenig durchkämpfen, aber im Nachhinein hatte ich das Gefühl das ist es wert gewesen, denn mir wurde eine spannende, für das Genre recht untypisch und genau deswegen so aufregende Geschichte präsentiert, die vor allem durch die Protagonistin Mia überzeugen kann, aber auch durch die offene Erzählweise.


Infos

Autor/in: Jay Kristoff
Seiten: 448
Verlag: HarperCollins
Sprache: Englisch
Deutsche Übersetzung: Nevernight - Die Prüfung
Reihe: The Nevernight Chronicles #1
Wertung: 4 Sterne

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